TERRÖR: DER ISLAM VERURTEILT

EINFÜHRUNG

Die Anschläge vom 11. September waren der Grund für den Tod von Tausenden von Menschen und unzähligen Verletzten
Nach den Attentaten auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D. C. vom September 2001, bei denen Tausende von Menschen verletzt und getötet wurden, wurde der Terrorismus erneut weltweit diskutiert. Der Angriff war völlig überraschend gekommen. In den Tagen nach den Anschlägen standen die Supermacht Amerika und der Rest der Welt unter Schock. Dieser Schock wurde jedoch schnell überwunden und man begann eine Antwort auf die Frage zu suchen, wie der Terrorismus zu bekämpfen sei. Auch wurde klar, dass diese Bedrohung nicht nur gegen Amerika gerichtet war, sondern dass jedes Land mit einer solchen Situation konfrontiert werden kann. Kein Land konnte sich länger in Sicherheit wiegen und sich vom Kampf gegen den Terrorismus fern halten. Die Menschen verstanden, dass es das Ziel der Terroristen ist, das gesellschaftliche Leben lahm zu legen, eine Gesellschaft der Angst zu erzeugen, dafür zu sorgen, dass niemand mehr auf die Straße gehen, öffentliche Verkehrsmittel benutzen und zum Einkaufen gehen kann.
Sobald Amerika den Schock der Angriffe überwunden hatte, baute es mit der Unterstützung zahlreicher Länder eine starke Koalition auf und begann einen weltweiten Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings war von Anfang an klar, dass die zukünftigen Auseinandersetzungen nicht auf militärisches Gebiet beschränkt sein würden. Dies wurde auch von offizieller Seite erklärt. Wie aber soll man den Terrorismus bekämpfen? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, ist es notwendig, die Quellen des Terrorismus zu identifizieren und das 20. Jahrhundert genauer zu untersuchen, denn erst in diesem Jahrhundert wurde der Terrorismus zum ersten Mal in der Geschichte zu einer starken Kraft.
Das 20. Jahrhundert wurde zum Jahrhundert von Terrorismus und Gewalt. Die großen Kriege, regionale Auseinandersetzungen und Terroranschläge drückten dem 20. Jahrhundert ihren Stempel auf. Vor allem die Entwicklung der Waffentechnik führte gegen Ende des 20. Jahrunderts dazu, dass der Terrorismus auf einem breiteren Feld wirksam werden konnte. Die Terroristen können heute mit einem einzigen Knopfdruck Hunderte von unschuldigen Menschen gleichzeitig töten. Terrorismus, mit moderner Technologie ausgeführt, kann der Wirtschaft von Nationen Schäden zufügen und er kann die Richtung der Weltpolitik beeinflussen. Die Angriffe auf zwei Nervenzentren Amerikas machten deutlich, dass kein Land mehr unerreichbar und unangreifbar ist. Die Androhungen von nuklearen, biologischen oder chemischen Anschlägen zeigt, dass - wenn nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden - der Terrorismus im 21. Jahrhundert zu einer noch stärkeren Macht werden kann.
Die Definition von Terror
Jedes Land definiert Terrorismus entsprechend seiner nationalen Interessen, zeichnet ein Profil des Terroristen und listet Terrororganisationen auf. Gruppierungen, die manche Länder als terroristische Vereinigung betrachten, sind für andere Länder Freiheitskämpfer, und Länder, die von manchen als terroristische Länder eingestuft werden, sind für andere treue Verbündete. Wie also ist Terror zu definieren, und wie kann eine Entscheidung darüber getroffen werden, wer Terrorist ist?
Die Kriterien dieser Entscheidungsfindung sind deutlich:
1. Zivilisten als Zielscheibe: Eine Nation, deren Land besetzt wurde, hat das Recht, Widerstand zu leisten. Beginnt dieser Widerstand jedoch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung zu enthalten, dann entfällt dieses Recht und Terrorismus beginnt. Diese Definition entspricht vollkommen den Islamischen Regeln für den Krieg. Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) befahl den Krieg gegen diejenigen, die Krieg gegen Muslime führten, gab aber die strikte Anweisung, die Zivilbevölkerung nicht zum Ziel zu nehmen, sondern ganz im Gegenteil, deren Sicherheit große Sorgfalt zukommen zu lassen.
2. Friedensbruch: Angriffe auf militärische oder staatliche Ziele können unter den Begriff Terror fallen. Als Terrorismus ist anzusehen, wenn ohne einen erklärten Kriegszustand ein Angriff auf ein militärisches oder ziviles Ziel stattfindet in der Absicht, den Frieden zwischen zwei Ländern zu brechen.
Terrorismus ist ein jeder Angriff, der den Frieden bricht oder der Zivilisten zum Ziel hat. Die Einschätzung eines solchen Angriffs als rechtmäßig ist völlig undenkbar.
Aus diesem Grund ist der Kampf, der gegen den Terrorismus zu unternehmen ist, sehr umfangreich. Jeder Schritt hat wohlüberlegt zu sein und muß darauf ausgerichtet sein, diesen großen Sumpf vollständig trocken zu legen. Deshalb ist jede Art von Terror zu verurteilen. Terror ist immer Terror, egal von wem er ausgeführt wird. Jeder Mensch, der aufrichtig gegen den Terror eintritt, hat für die Tausende von unschuldigen Menschen, die im World Trade Center ohne Erbarmen ermordet wurden ebenso einzutreten, wie für die unschuldigen Menschen, die ihr Leben bei Terroranschlägen in Japan oder Spanien ließen, für die unschuldigen Zivilisten, die ihr Leben in Ost-Turkestan oder Indonesien verloren, für die mehr als eine halbe Million Hutu, die in Ruanda ihr Leben verloren, für die gnadenlos ermordeten schutzlosen Menschen in Israel und Palästina und für alle Menschen, die irgendwo auf der Welt ihr Leben wegen eines terroristischen Anschlags verlieren. Auf diese Weise können Terroristen in keinem Land mehr existieren und Unterstützung finden.
Die ideologische Stütze des Terrors
Um im Kampf gegen den Terrorismus zu einem definitiven Ergebnis zu gelangen, ist es notwendig, das Ziel richtig festzulegen und dementsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ausgangspunkte des Terrorismus sind Ideologien und Strömungen, die Gewalt, Auseinandersetzung und Anarchie als den einzigen Weg ansehen. Ein Terrorist, der unschuldige Menschen tötet und unter den Auswirkungen von Gedanken und Ansichten, die ihm auferlegt wurden, die öffentliche Ruhe und Ordnung stört, glaubt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Wenn diese Person die Fehlerhaftigkeit und mangelnde Logik der Ideologien versteht, die ihn zur Gewalt trieben und wenn diese Person begreift, dass man von diesen Ideologien ausgehend nirgendwohin gelangt, dann wird sie Abstand vom Terror nehmen. Wenn aber demgegenüber Mängel und Widersprüche der Ideologien, die die Quelle des Terrors sind, nicht enthüllt werden und diese Ideologien nicht in die Knie gezwungen werden, dann werden alle Maßnahmen gegen den Terror stets kurzfristiger Natur sein und nach einiger Zeit wird der Terror an einem anderen Ort, unter anderen Bedingungen und mit einem anderen Gesicht den Menschen von neuem gegenübertreten. Aus diesem Grund ist nur dann ein Ende des Terrorismus möglich, wenn das Gedankengebäude des Terrors vollständig vernichtet wurde. Die ideellen Stützen des Terrorismus aber sind der Darwinismus und die materialistischen Strömungen, die von ihm ins Leben gerufen wurden. "Das Leben ist ein Kampfplatz", "Nur die Starken überleben, die Schwachen sind dazu verdammt eliminiert zu werden", "Der Mensch und das Universum sind ein Werk des blinden Zufalls, aus diesem Grund ist niemand verantwortlich für sein Tun" sind die Parolen, deren natürliches Ergebnis eine Haltung ist, die Erbarmungslosigkeit, Aggressivität und Gewalt als alltäglich betrachtet.
Eine Person, die sich dem Terror zuwendet und meint, ihr Ziel nur auf dem Wege der Gewalt erreichen zu können, tut dies, da sie unter dem Einfluß des Darwinismus und materialistischer Ideen steht, ganz unabhängig davon, welcher Religion, Rasse oder Gruppierung diese Person angehört. Dies schließt auch die terroristischen Gruppen ein, die behaupten, im Namen der Religion zu handeln. Denn für eine Person, die die wahre religiöse Moral lebt, ist es absolut unmöglich, den Weg der Gewalt zu beschreiten und ein Ziel durch Töten und Morden von Menschen zu erreichen. Deshalb sind die Handlungen derartiger Menschen einem Leben der religiösen Moral entgegengesetzt und sie begehen ihre Taten unter dem Einfluß materialistischer Ideologien.
Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden.
(Sure 7:199 – al-A’raf)
In unserem Buch "Islam verurteilt den Terrorismus" führten wir aus, dass die Islamische Religion jede Art von Terror verurteilt; gleichzeitig erklärten wir im Lichte der Quranverse, dass die Islamische Moral die Menschen zu Frieden, Toleranz und Kompromiss einlädt. Wir betonten auch, dass es ein zu verurteilender Mangel an Freundschaft ist, wenn sich der Terror gegen die eigene Seite richtet, und dass das Tolerieren eines solchen Tuns den Kampf gegen den Terror schwächen werde. Für eine Person, die die Islamische Moral übernommen hat, ist es unabdingbar, gegen jede Art von Terror vorzugehen. Die Basis dieser gedanklichen Auseinandersetzung besteht darin, die religiösen Werte unter den Menschen zu verbreiten.
Politiker, Politologen und verschiedene Akademiker sind sich darüber einig, dass es unmöglich ist, den Sumpf des Terrors nur durch den Einsatz militärischer Mittel trocken zu legen. Terror kann nur durch Liebe, Toleranz und Frieden überwunden werden. Die Religionen, die Gott mittels Seiner Botschafter gesendet hat, sind uns diesbezüglich ein Wegweiser. Deshalb werden wir unter der Angabe von Beispielen aus dem Quran und der Bibel darstellen, dass Terror eine Grausamkeit ist, die von allen göttlichen Religionen verboten und verurteilt wird. Außerdem werden wir anhand von historischen Beispielen aufzeigen, dass die einzigen Maßnahmen gegen den Terror Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Bescheidenheit, Sensibilität, Toleranz, Gerechtigkeitssinn und die Bereitschaft zum Verzeihen sind, also alles Begriffe, die die religiöse Moral von den Menschen fordert, und wir werden die Menschen entsprechend dem Vers "Gott lädt zur Wohnung des Friedens ein..." (Sure 10:25 - Yunus) dazu auffordern, sich um den Weg zur Entstehung einer Welt in Frieden und Liebe zu bemühen.
DIE BLUTIGE BILANZ DES TERRORS
Der verderbte Sektenführer Bhagwan Shee Rajneesh, der in Oregon einen Anschlag verübte, bei dem 750 Personen vergiftet wurden; hier zu sehen mit seinen Anhängern.
Der Terrorismus ist eine der größten Gefahren, die unsere Welt im 21. Jahrhundert bedroht. Denn der Terrorismus kennt nur die Möglichkeit, ein politisches Ziel mittels Gewaltanwendung zu erreichen. Für einen Terroristen sind Schwierigkeiten, die durch politische Streitigkeiten und ethnische oder kulturelle Unterschiede entstehen, nur auf dem Wege der Gewalt zu lösen. Keine Fraktion kann bekommen, was sie will, außer durch "Blut und Eisen".
Der Terrorist ist davon überzeugt, dass ein Ziel nur dann erreicht werden kann, wenn die vorhandene gesellschaftliche Ordnung zerstört wird, und im täglichen Leben Durcheinander, Angst und Besorgnis vorherrschen. Das Ziel der Terroristen ist es, auf dem Wege der Gewalt Zustimmung für die eigenen Forderungen zu erhalten und das Chaos, das aus Gewalttaten entsteht, zu benutzen, um Propaganda für ihre Gruppierung zu machen. Terrorbereite Gruppierungen glauben ihre Ziele leichter zu erreichen, wenn die Stabilität verschwunden ist und die Gesellschaft sich in einem von Angst und Besorgnis geprägtem Umfeld bewegt. Es ist aber ein großer Fehler zu glauben, dass Recht und Gerechtigkeit mit Terroranschlägen zu erreichen und Probleme unter Zuhilfenahme von Gewalt zu lösen sind. Das einzige Resultat, das die Menschen in Händen halten, die Gott als "diejenigen, welche ... Unheil auf Erden stiften..." (Sure 13:25 - ar-Ra'd) beschrieb, ist, die Verluste in ihren eigenen Reihen und unter unschuldigen Menschen erhöht zu haben. Tausende von Menschen auf dieser Welt verlieren jährlich ihr Leben aufgrund von Terroranschlägen, werden verletzt und führen ein Leben in Angst und Schrecken. Die Bilanz des Terrors ist furchtbar.
Und damit aus euch eine Gemeinde wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohlergehen wird.
(Sure 3:104 – Al-‘Imran)
Der Terrorismus ist mitten unter uns
Ein wichtiges Beispiel dafür, wie groß die Gefahr von biologischen Waffen in den Händen von Terroristen ist.
Es wird geschätzt, dass auf der Welt etwa 500 terroristische Gruppen exisitieren. Unter diesen terroristischen Gruppen befinden sich internationale Verbrecherbanden, die den Rauschgift- und Waffenhandel und den Handel mit Prostituierten kontrollieren, Organisationen der Unterwelt, und unterschiedliche radikale Gruppen, die im Namen der Religion Aktionen ausführen. Terrorismus gibt es seit der Antike, zur Gefahr allerdings wurde er erst im 20 Jahrhundert. Dieses Jahrhundert führte zu einer großen Zunahme des Terrorismus. Mit dem Entstehen von Massenvernichtungswaffen und der raschen Entwicklung der Technologie - insbesondere der Informationstechnologie - veränderte sich die Art der Terroraktionen und insbesondere deren Vernichtungskraft wuchs stark an. In den 60er Jahren wurde darüber nachgedacht, was passieren kann, wenn eine Nuklearwaffe in die Hände einer terroristischen Gruppierung fällt. Ein nukleares, biologisches oder chemisches Attentat hätte den Tod von möglicherweise Hunderttausenden Menschen zur Folge. In den 1990er Jahren stieg die Wahrscheinlichkeit eines solchen Anschlags stark an. Insbesondere der Niedergang der UdSSR und die nachlassende Kontrolle über deren Atomwaffen verstärkten derartige Befürchtungen. Die leichte Beschaffung von Informationen durch die Entwicklung und Verbreitung des Internets war der Grund dafür, dass sich diese Befürchtungen noch mehr an Gewicht gewannen.i Hunderte von Filmen wurden gedreht, Bücher geschrieben, Untersuchungen angefertigt und Berichte vorgelegt, die alle diese Angst zum Inhalt hatten. Nun konnten sich Terroristen Aktionen zuwenden, die jenseits von gewohnten Bombenattentaten, Raub, Flugzeugentführungen und Geiselnahmen lagen und Angriffe gegen die breite Masse verwirklichen. Überdies konnte eine solche Aktion, ohne dass direkt ein Mensch daran beteiligt war, mittels Fernbedienung ausgeführt werden.
Einige terroristische Aktionen der jüngsten Vergangenheit, bei denen biologische Waffen verwendet wurden, verdeutlichen das Ausmaß der Gefahr des Bioterrorismus. Heute können Terroristen in einem einfachen Labor mit Hilfe eines Chemikers biologische Waffen herstellen, die Tausende von Menschen bedrohen können. Eines der ersten Beispiel hierfür ist die Vergiftung von 750 Menschen, die im Jahr 1984 in einem Restaurant einer Kleinstadt im amerikanischen Bundesstaat Oregon aßen. Es stellte sich heraus, dass für dieses Ereignis eine terroristische Vereinigung verantwortlich war. Die Mitglieder dieser Vereinigung hatten die Salatbars von vier Restaurants der Region mit selbstgezüchteten Salmonellen vergiftet.ii Das Giftgas-Attentat des Jahres 1995 in der Metro von Tokio mit der Chemiewaffe Sarin führte vor Augen, wie nahe die Bevölkerung an der Bedrohung durch den Terrorismus ist. Bei dem Terroranschlag, der von der Aum Shinrikyo (Die überlegene Wahrheit) Sekte durchgeführt wurde, starben 12 Menschen, 5500 wurden verletzt. Bei Untersuchungen zeigte sich später, dass die Sekte in eigenen Labors an biologischen Waffen gearbeitet hatte.iii
Aum Shinrikyo
Es ist vorauszusehen, dass biologische und chemische Waffen gemeinsam mit der Informationstechnologie eine wichtige Rolle bei den Terroranschlägen des 21. Jahrhunderts spielen werden. Von Europa bis Amerika, von Asien bis Afrika werden überall auf der Welt terroristische Bombenattentate, Brandstiftungen, Flugzeugentführungen und Geiselnahmen erfolgen. So ist die ETA (Euzkadi Ta Azkatasuna) in Spanien, die vorgibt, für die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu kämpfen, seit 1962 verantwortlich für den Tod von mehr als 800 Menschen.iv Auch die IRA, die die Unabhängigkeit Nordirlands zum Ziel hat, war mit ihren Bombenanschlägen jahrelang auf den Titelseiten der internationalen Presse. Mit ihrer Forderung nach dem Abzug Englands aus Nordirland, dem Sturz der irischen Regierung, und der Installation eines sozialistischen Regimes an deren Stelle mischte sie in verschiedenen Schmuggeleien, Überfällen und Erpressungen mit. Obwohl die Anschläge der IRA im allgemeinen in Nordirland und England stattfinden, verübte sie auch Bombenattentate in europäischen Ländern wie Deutschland. Bei Terroranschlägen, die die IRA seit 1969 bis heute ausführte, verloren auf beiden Seiten mehr als 3200 Menschen ihr Leben.v Bei von der IRA verübten Bombenattentaten in den verschiedensten Regionen Englands, die Autos, Flughäfen, Metrostationen und Zivilisten zum Ziel hatten, entstand Sachschaden in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Bei der Explosion einer Autobombe vor einem Einkaufszentrum am 15. Juni 1996 in Manchester während eines Fussballspiels des Europacups wurden 200 Personen verletzt.
Heute ist kein Land sicher vor Terroranschlägen und die obigen Beispiele zeigten, wie sehr der Terrorismus Einzug in das menschliche Leben gehalten hat. Der Terrorismus ist nicht mehr das Problem bestimmter Länder, sondern wurde inzwischen zu einem Problem der gesamten Menschheit. Niemand weiß, wann der Terrorismus wen und wo zum Ziel haben wird. Aus diesem Grund kann man den Kampf gegen den Terrorismus auch nicht mehr als eine Aufgabe bestimmter Länder oder Organisationen betrachten. Der Terrorismus bedroht die ganze Welt.
Die Terrororganisationen ETA und IRA waren jahrelang in Spanien und England die Ursache für große menschliche und materielle Verluste.
Das dunkle Gesicht des Terrors
Von den USA bis hin zu afrikanischen Ländern wie Angola, Uganda und Nigeria, von europäischen Ländern wie England, Spanien und Frankreich bis zu Ländern Asiens wie Sri Lanka, Thailand und Japan, von den Ländern des Mittleren Ostens bis nach Lateinamerika haben Terroranschläge Tausende von Menschen getroffen und großen Sachschaden angerichtet. Menschen begegnen dem Terrorismus, wenn sie zu Hause sitzen, im Kino einen Film ansehen, Einkaufen gehen, mit dem Bus verreisen oder am Arbeitsplatz ihrer Beschäftigung nachgehen. Dadurch entwickeln sich große Unruhe und Angst und sorgenvolle Erwartung. Man scheut vor Menschenmengen zurück, vor der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und ist nicht mehr imstande, ein normales Leben zu führen. Dies ist das Modell einer Gesellschaft, das der Terrorismus zu erreichen sucht: Menschenmassen in Angst und Sorge. Die erschreckende Bilanz der weltweiten Terroranschläge zeigt das ganze Ausmaß dieser Besorgnis. Wurden 1996 296 Anschläge verzeichnet, so stieg deren Anzahl im Jahre 1997 auf 304. Während im Jahr 1997 221 Personen getötet und 693 verletzt wurden, gab es 1996 314 Tote und 2.912 Verletzte. Bei weltweit 439 Terroranschlägen im Jahr 1997 verloren 139 Zivilisten ihr Leben. 39 davon waren Beamte oder militärisches Personal.vi
Nach Informationen des Außenministeriums der USA stieg die Anzahl der Terroranschläge im Jahre 2000 verglichen mit dem Jahr 1999 um 8% und allein in diesem Jahr verloren 423 Menschen ihr Leben und 791 wurden verletzt. Die Anzahl der durch Attentate Getöteten betrug zwischen 1981 und 2000 9.184.vii
Die UNITA (Nationale Einheit) Angolas verübte am 10. August 2002 zur völligen Unabhängigkeit des Landes einen Anschlag auf einen Personenzug, der mehr als 252 Personen das Leben kostete.
Diese Zahlen des amerikanischen Außenministeriums enthalten jedoch nicht die Zahl aller Menschen, die auf der Welt ihr Leben bei Terroranschlägen verloren. Bei der Anfertigung dieses Berichtes wurden nur die Anschläge internationaler Terrorgruppen berücksichtigt und die lokalen Gruppierungen außer acht gelassen. Auch blieben Gruppierungen unberücksichtigt, die von den USA nicht als Terrororganisation eingestuft wurden. Berücksichtigt man auch die nicht enthaltenen Zahlen, dann nimmt das Bild noch erschreckendere Ausmaße an. So wurden allein in der Türkei zwischen dem 15. August 1984 und dem 31. Oktober 2002 21.866 Terroranschläge verübt, bei derer 5.605 Sicherheitskräfte und 4.646 Zivilisten ihr Leben verloren und 16.562 Sicherheitskräfte und 5.091 Zivilisten verletzt wurden.viii
Die obigen Grafiken wurden vom Außenministerium der USA angefertigt. Die oberste Grafik zeigt die regionale Verteilung der Terroranschläge zwischen 1995-2000. Die untere Grafik die jährliche Verteilung von Terroranschlägen zwischen 1981-2000.
Entsprechend eines Berichtes des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistiken (National Center for Health Statistics) verloren 1998 allein in den USA 3.792 Kinder und Jugendliche durch Verletzungen mit Feuerwaffen ihr Leben, die Anzahl aller Personen, die im gleichen Jahr durch Feuerwaffen ums Leben kam, betrug 30.708.ix
Der materielle Verlust und der wirtschaftliche Verfall aufgrund von Terroranschlägen sind ein eigenes Kapitel. Das aus solchen Anschlägen resultierende Chaos und die Anarchie behindern die Investitionstätigkeit in dieser Region. Terroranschläge gegen die wirtschaftliche Basis einer Region führen nicht nur dazu, dass die Entwicklung dieser Regionen behindert wird, sondern dass auch die vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten vernichtet werden. Bleiben soziales Leben und insbesondere die Schulbildung zurück, dann liegt der Grund in wirtschaftlichen Hindernissen. Die militärischen Ausgaben, die für den Kampf gegen den Terror getätigt werden, sind für jedes Land eine besondere Last. Werden finanzielle Möglichkeiten für Militärausgaben anstelle zur Erhöhung des Wohlstandsniveaus der Bevölkerung verwendet, so hat dies nicht nur negative Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes, sondern kann ebenso die globale Wirtschaft in negativer Weise beeinflussen.

Der blutige Terror des Leuchtenden Pfads
Eine der blutigsten Terrororganisationen der Welt ist die in Peru aktive marxistisch-leninistisch-maoistische Guerillagruppe Leuchtender Pfad. Sie wurde in den 1960er Jahren unter der Führung des Philosophieprofessors Abimael Guzman gegründet und in ihren Anfangsjahren als eine extreme politische Bewegung betrachtet. In den 1970er Jahren wurde der Leuchtende Pfad jedoch zu einer der brutalsten Guerillagruppen der Welt.
(oben) Am 7. August 1996 starben aufgrund einer Bombenexplosion in den Botschaften der USA in Kenia und Tansania 224 Menschen, Tausende wurden verletzt.
(unten) Bei einer Bombenexplosion im indischen Bundesstaat Assam starben am 30. Dezember 1996 300 Menschen. Es wird angenommen, dass das Attentat von den für Unabhängikeit kämpfenden Bodo-Guerillas verübt wurde.
Die gewaltverherrlichenden Erklärungen ihres Anführers Guzman verdienen besondere Aufmerksamkeit. So sagte er in einer Ansprache vom 19. April 1980, dass die Zukunft "in den Waffen und Kugeln" liegt.x Ein Guerillero des Leuchtenden Pfades sagte: "Blut macht uns noch stärker und wenn es fließt, entsteht uns kein Schaden, sondern es gibt uns Kraft". Die Organisation erklärt ganz offen, dass das Fundament ihres Kampfes auf Gewalt beruht und diskutiert, wie das Gewaltniveau im Lande erhöht werden kann. Bis jetzt verloren über 23.000 Menschen aufgrund des Guerillakrieges ihr Leben. Zeitzeugen beschreiben dies folgendermaßen:
In den 1980er Jahren beendete Guzman seine Universitätskarriere und fügte dem fortdauernden Terrorismus in Peru eine neue Seite hinzu. Guzman und der Leuchtende Pfad romantisierten die japanischen Kamikazes während des 2. Weltkrieges. So war der Tod, an den sie glaubten, nur ein kleiner zu bezahlender Preis für das, was Guzman "einen Fluß aus Blut" nannte und für den sie erwartenden Lohn. In großem Maße wurden unschuldige Zivilisten entführt, vergewaltigt, gefoltert und getötet. Mehr als 1% der Bevölkerung wurde aufgrund dieser Politik der Gewalt aufs Grausamste getötet.xi
Der Leuchtende Pfad führte das peruanische Volk über Jahre hinweg in eine materielle und intellektuelle Katastrophe. Dies ist das natürliche Ergebnis des Terrors.
Am 21. Oktober 1999 starben bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny 110 Menschen, 400 wurden verletzt.
Die peruanische Terrororganisation Leuchtender Pfad war die Ursache für den Tod von mehr als 23.000 Menschen. Auf dem Foto oben links ist der Anführer Abimael Guzman zu sehen.

DIE ROLLE ATHEISTISCHER IDEOLOGIEN BEIM AUFSTIEG DES TERRORS


Bei der Behandlung einer Krankheit ist die Diagnose sehr wichtig, um ein positives Ergebnis zu erhalten. Die nach der Diagnose beginnende Behandlung hat bis zum Ende der Krankheit sorgfältig und bestimmt fortgesetzt zu werden, da ansonsten ein Wiederauftreten der Krankheit unausweichlich ist. Das gleiche gilt für eine Krankheit der Gesellschaft. Beim Kampf gegen ein gesellschaftliches Problem sind zuallererst die Gründe für das Auftreten des Problems festzustellen, denn ansonsten sind die angewandten Maßnahmen dazu verurteilt, nur vorübergehender Natur zu sein. Einer der wichtigsten Gründe, weshalb Menschen gegenüber gesellschaftlichen Problemen keine tiefgreifenden Lösungen finden, besteht darin, dass diese Gründe nicht richtig diagnostiziert werden.
Beim Terrorismus werden die Gründe meist in dinglichen Ereignissen gesucht und dementsprechend richtet sich deren Bekämpfung auf oberflächliche Ziele. Deshalb ist es unmöglich, beim Kampf gegen den Terrorismus dauerhaften Erfolg zu erzielen. Um die Welt vom Terror zu befreien, muß zuerst die Hauptursache ausfindig gemacht werden, die zur Herausbildung von Terroristen führt, und dann muß diese vollständig behoben werden.
Die verwirrte Logik des Terroristen
Ein Terrorist glaubt, sein Ziel nur auf dem Wege der Gewalt erreichen zu können. Er will die Menschen in seiner Umgebung ängstigen und gibt sich, um diese Angst zu erzeugen, als ein unerbittlicher, mitleidloser, aggressiver Charakter, der keine Zugeständnisse macht.
Es ist unmöglich, das Problem des Terrors ausschließlich durch militärische und sicherheitstechnische Maßnahmen lösen zu wollen. Denn militärische Maßnahmen allein lösen mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Gewalt aus, so dass sich das Blutvergießen in einem Teufelskreis immer weiter fortsetzen wird. Auch sicherheitstechnische Maßnahmen gewähren niemals absoluten Schutz vor Terror. Beim Kampf gegen den Terror ist es notwendig, die Gedanken eines Terroristen, seine Einstellung zum Leben und zu den Menschen zu verstehen und auch, wie die Rechtfertigung der Gewalt stattfindet. Mit diesen Kenntnissen kann der Kampf eröffnet werden.
Ein Terrorist ist der Überzeugung, Erfolg nur auf dem Wege der Gewalt erreichen zu können. Er wünscht, dass sich die Menschen in seinem Umfeld vor ihm fürchten und zeigt sich deshalb mit einem mitleidlosen, grausamen, konzessionslosen und aggressiven Charakter. Jeder Mensch, der nicht mit seinen Ideen übereinstimmt, ist für ihn ein Feind. Einen Feind betrachtet er jedoch nicht als einen Menschen, sondern als ein zu beseitigendes Ziel. Der Psychotherapeut Philip Chard, Journalist bei der Zeitung Journal Sentinel untersuchte, wie Terroristen die Grausamkeiten gegen wehrlose Menschen rechtfertigen und beschreibt in seinem Artikel mit dem Titel "Terrorists view us as targets, not as humans" (Terroristen sehen uns als Ziele, nicht als Menschen) folgendermaßen die Logik der Terroristen:
Wissenschaftler haben die psychologischen Gründe untersucht, die hinter dem Verhalten von Terroristen stehen. Das Interessante dabei ist, dass sie die Fähigkeit haben, ihre Opfer nur als quasi statistischen Gegenstand, als Objekt zu betrachten, das als Mensch lediglich auf ihrer Opferliste auftaucht.
Sie suchen weder eine menschliche Beziehung zu ihren Opfern noch die Aufnahme von Beziehungen, wie sie zwischen Freunden oder Liebenden üblich sind. Ganz im Gegenteil bemühen sie sich darum, die Opfer nur als Figuren in einem politischen Schachspiel zu betrachten. Terroristen verstehen sich selbst deshalb auch nicht als Menschen, die andere Menschen auslöschen. Mit Leichtigkeit und ohne irgendetwas dabei zu fühlen, erniedrigen sie uns in ihrer Gedankenwelt zu nicht-menschlichen Zielobjekten, um uns so töten zu können, als ob es sie nichts anginge...
Für Terroristen gelten die von ihnen verfolgten Ziele - welche auch immer diese sein mögen - als hinreichend heilig, edel oder von der Art, dass für sie alles riskiert werden muss. Deshalb glauben sie sich selbst bei von ihnen veranstalteten Massakern im Recht. Für Terroristen zählen nicht Menschenleben, sondern politische Ergebnisse. Für sie ist nicht der Mord wichtig, sondern die Wirkung des Mordes. Terroristen wollen Hoffnung, Begeisterung und Lebensart einer Gruppe von Menschen oder einer ganzen Gesellschaft töten. Terroristen töten Menschen, weil sie glauben, dass dies der schnellste und direkteste Weg ist, um ihre Ziele zu erreichen.xii
Terroristen empfinden gegenüber dem Tod von Menschen also nicht die geringste Trauer; sie denken ganz im Gegenteil, dass sie umso erfolgreicher sind, je mehr unschuldige Menschen sterben und freuen sich am Erfolg ihres Tuns. Ohne Mitleid mit unschuldigen Menschen können sie diese erschießen und Bomben auf kleine Kinder werfen. Blutvergießen wird ihnen zur Freude. Zeigt einer von ihnen auch nur die geringste Spur von Mitleid wird er sofort als Verräter abgestempelt. Selbst untereinander bekämpfen sie sich mit Waffen, und Fraktionen innerhalb der Gruppe führen blutige Angriffe gegeneinander aus.
Die oben beschriebene Logik der Terroristen resultiert aus materialistischen und darwinistischen Ideen. Der Darwinismus, der den Menschen als Tier betrachtet und die Entwicklung der Lebewesen mit dem Überlebenskampf in der Natur in Verbindung bringt und der die Ansicht verteidigt, dass in diesem Kampf nur der Starke überleben, der Schwache aber untergehen und sterben wird, dieser Darwinismus macht die Quintessenz des kranken Gedankengebäudes des Terrorismus aus.
Die Ideologie des Terrorismus gründet sich auf dem Darwinismus
Das Entsetzen des Terrors ist in nahezu allen Ländern der Welt spürbar. Entsprechend den Angaben des amerikanischen Außenministeriums stiegen weltweit die Terroranschläge im Jahr 2000, verglichen mit dem Jahr 1999 um 8%.
Dem Darwinismus zufolge findet in der Natur fortwährend ein Überlebenskampf, eine Kampfhandlung statt. Gemäß der Evolutionstheorie unterdrücken die Starken die Schwachen und aus diesem Grund wäre die Entwicklung möglich. Charles Darwin, der Begründer dieser Ideologie, führte das Schlagwort vom "Überlebenskampf" in die "Rassenlehre" ein und zwar mit den Begriffen der "begünstigten Rasse" (die Arier Europas) und der "minderwertigen Rassen" (Rassen Asiens und Afrikas). Die Idee Darwins vom "Überleben des Stärkeren" legalisierte zahlreiche Gedankenströmungen, die die Menschheit zu Haß, Feindschaft, Auseinandersetzung und Krieg führen.
Der Darwinismus indoktriniert immer noch mit dem Betrug, die Menschen seien nichts weiter als eine höher entwickelte Tierart, das Ergebnis des blinden Zufalls und es gebe keinen Schöpfer. Entsprechend dieser Theorie entstand unter der Einwirkung von Wind, Regen und Blitzen ein lebendiges Wesen, als es auf der Erde nur lebloses Gestein, Erde und Gase gab. Diese Behauptung der Evolutionstheorie steht jedoch den Grundregeln der Biologie entgegen und ist ein großer Betrug, der sich im Widerspruch zu Verstand und Logik befindet. Menschen, die diese Einflüsterungen aus den Schulbüchern lernen, in Filmen sehen und in Büchern lesen, glauben für sich keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Mit darwinistischer Logik erzogene Menschen erachten jede Art von Bosheit für legal, wenn sie nur dem Erfolg dient, und betrachten das Leben als einen unbarmherzigen Kriegsschauplatz; sie wurden einer Gehirnwäsche unterzogen mit Ideen, die es ihnen erlauben, einander wie Tiere zu behandeln und es als völlig normal betrachten, einander zu töten.
Menschen, die mit diesen grausamen Gedanken erzogen wurden, haben das 20. Jahrhundert in ein Jahrhundert der Gewalt verwandelt. Gestützt auf den Darwinismus förderten sie Kampf und Krieg und erklärten dies sogar zu einer der wichtigsten Maßnahmen. Die "dialektische Auseinandersetzung" wurde zur Rechtfertigung für die Morde der kommunistischen Ideologen. Der kommunistische Terror forderte im 20. Jahrhundert ungefähr 120 Millionen Menschenleben. Die darwinistischen Phantastereien vom "Überlebenskampf zwischen den Rassen" und "der natürlichen Selektion" wurden dagegen zum Fundament des Nationalsozalismus. Adolf Hitler, der verkündete, dass nur die übergeordneten Rassen auf der Welt überleben würden, riss mit seinem faschistischen Terror die ganze Welt in einen Strudel aus Mord und Krieg. Im 2. Weltkrieg, der als Ergebnis deutscher Besatzungs- und Kriegspolitik ausbrach, fanden etwa 55 Millionen Menschen den Tod. Die Nachfolger im 21. Jahrhundert betrachten wieder Gewalt als den einzigen Weg und wünschen, dass dieses als ein Jahrhundert des Terrors in die Geschichte eingeht.
Die Theorie des Darwinismus, der Mensch sei ein aggressives Tier, von der so viele indoktriniert sind, hat Schreckliches über die Menschheit gebracht. Terrorattacken sind nur das Echo. Die darwinistischen Parole, nur der Stärkste könne überleben, die Verherrlichung von Gewalt, das Gutheißen von Konflikten, und die Ansicht, Krieg sei eine notwendige Tugend, müssen ein für alle Mal auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden. Nur so kann den Ideologien, die Konflikt und Gewalt unterstützen, entgegen getreten werden.
Die drei göttlichen Religionen (Judentum, Christentum, Islam), an die der Großteil der Menschen auf der Welt glaubt, sind gegen Gewalt bei der Lösung von Konflikten. Alle drei göttlichen Religionen wollen die Sicherung von Frieden und Ruhe auf der Erde und sind gegen das Töten unschuldiger Menschen; Tyrannnei und Folter. Kampf und Gewalt werden als Begriffe betrachtet, die Gott für den Menschen als unmoralisch, anormal und unerwünscht darstellte. Der Darwinismus jedoch sieht und zeigt Kampf und Gewalt als unbedingt notwendige, natürliche, rechtmäßige Begriffe. Deshalb liegen die Wurzeln des Terrors, der unsere Welt umfängt, versteckt im Atheismus sowie im Darwinismus und Materialismus, die die Entsprechung des Atheismus in unserem Zeitalter sind. Wenn man bedenkt, dass heute in nahezu jedem Land der Welt der Darwinismus in den Schulen als wissenschaftliche Tatsache gelehrt wird, dann ist die Ausbildung einer neuen terroristischen Jugend unausweichlich. Aus diesem Grund ist es außerordentlich dringlich, die Jugendlichen von diesen Einflüsterungen fern zu halten, die lauten, dass sie nur ein Zufallsprodukt seien, dass ihre Vorfahren Tiere waren, dass sie Gott gegenüber nicht verantwortlich seien, dass sie unabhängige Wesen seien und dass sie nur durch Krieg und Auseinandersetzung gewinnen und überleben können. Denn es ist unausweichlich, dass mit solchen Ideen aufgewachsene Jugendliche streitsüchtig, unbarmherzig, egoistisch und gewaltbereit werden. Diese Jugendlichen können mit Leichtigkeit den Einflüsterungen anarchistischer und terroristischer Ideologien erliegen und danach so grausam werden, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken, kleine Kinder oder ihre eigenen Geschwister ermorden können und jede Art von Aktionen unternehmen, die Gewissen und Verstand normaler Menschen entgegenstehen. Insbesondere sind alle Beweise für die Mängel der terroristischen Logik ans Tageslicht zu bringen. In wirkungsvollster Weise ist den Menschen zu erklären, dass alle diejenigen völlig falsch liegen, die den Darwinismus verteidigen und an ihn glauben. Der Mensch ist nicht frei und ohne Verantwortung. Es gibt unseren Schöpfer, Der den Menschen erschaffen hat, Der ihn jeden Moment beobachtet, seine Gedanken kennt und Der ihn nach seinem Tod zur Rede stellt und alles vergilt, was er getan hat. Unser Herr hat uns im Unterschied zu den Tieren mit Seele, mit Verstand, Willen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit erschaffen. So kann ein willensschwacher Mensch, der wegen eines Vorkommnisses in heftige Wut gerät und der sich selbst und sein Gegenüber als Tier betrachtet, diesem ohne weiter nachzudenken Schaden zufügen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Gegenüber ein kleines Kind oder ein wehloser Mensch ist. Ein Mensch allerdings, der weiß, das er eine von Gott gegebene Seele besitzt, und der über Gewissen und Intelligenz verfügt, kann in jeder Situation seinen Zorn beherrschen. Seine Denkfähigkeit und sein Gewissen sind immer intakt, und es gibt nicht das kleinste Vorkommnis, über das er Gott keine Rechenschaft ablegen kann.
Gott teilt im Quran mit, dass Er die Menschen dazu anregt, sich sowohl vor der Bosheit wie auch vor den Bösen in Acht zu nehmen (Sure 91:7-10 - asch-Schams). Es ist kein imaginärer evolutionärer Prozess, der moralischer Degeneration und Verbrechen zugrunde liegt. Unmoral und Verbrechen stammen von der bösen Seite der menschlichen Natur, die nur besiegt werden kann durch die persönliche Ergebenheit in die moralischen Werte, die Gott die Menschheit durch die Religion gelehrt hat. Wenn die Menschen keinen Glauben an Gott haben und nicht glauben, dass sie sich je vor Ihm verantworten müssen für ihre Handlungen, dann haben sie keinen Grund, Böses in Form von Habgier und Unehrlichkeit und in Form von Krieg, rassistischen Massakern, Bandenkämpfen und brutalen Übergriffen auf Schwächere zu vermeiden. Auf weniger dramatischem Niveau ist es der Grund dafür, warum Menschen dem Hungertod überlassen werden, für die ausufernde Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit in der heutigen Welt. Bei denen, die den Menschen nur als eine Tierart sehen, ist kein Ende der Grausamkeit abzusehen, denn sie glauben, dass sie wie die Tiere in einem Überlebenskampf stehen. Sie glauben selbst nicht an Gott und das Jenseits, also wirken sie auf andere ein, ihren Glauben ebenfalls aufzugeben.
Jeder Mensch trägt die Seele, die ihm Gott eingeblasen hat und ist dem Schöpfer gegenüber verantwortlich, Der ihn aus dem Nichts erschuf. Gott erinnert im Quran diejenigen, die glauben herrenlos zu sein, folgendermaßen daran, dass sie nach dem Tode erneut auferstehen werden:
Glaubt der Mensch etwa, unbeachtet gelassen zu werden? War er denn nicht ein Tropfen ausfließenden Samens? Dann war er (als Embryo) ein sich Anklammerndes, und so schuf Er lhn und formte ihn und machte aus ihm Mann und Frau als Paar. Hat Er denn nicht die Macht, die Toten lebendig zu machen? (Sure 75:36-40 - al-Qiyama)
Das Unterrichten des Darwinismus in den Schulen als eine wissenschaftliche Tatsache und die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in der darwinistischen Philosophie ist gleichbedeutend mit dem Heranbilden von neuen terroristischen Brennpunkten. Die Jugendlichen, die den Einflüsterungen ausgesetzt werden, dass Kampf und Auseinandersetzung ein Teil des Lebens sind, werden Schritt für Schritt zu Individuen herangezogen, die sich an Gewalt erfreuen und Brutalität für alltäglich halten.
Bisher betonten wir, dass der Terrorismus eine gewaltsame Ideologie verherrlicht und für jedes Problem eine gewaltsame Lösung finden will; gleichzeitig machten wir klar, dass der Darwinismus eine der grundlegenden Stützen des Terrorismus ist. Aus diesem Grund ist das Vernichten einer der grundlegenden Stützen des Terrorismus gleichbedeutend mit dem Verschwinden der darwinistischen Ideologie, die den Menschen als Tier betrachtet, die lehrt, dass nur der physisch stärkere Mensch sein Leben fortführen kann und die das Leben als eine Kampfarena betrachtet. Dabei ist der wichtigste Weg, die Menschen vor dem Übel des Terrors zu bewahren, deren geistige Bildung. Bleibender Frieden in der Gesellschaft ist nur möglich, wenn die Individuen die gute gute Moral lernen und beginnen, nach dieser Moral zu leben. Maßnahmen und Regeln, die zusätzlich getroffen werden, um das Leben der Gesellschaft zu organisieren, können nur flankierend wirksam sein, dem Übel des Terrors jedoch allein nicht grundsätzlich abhelfen können.
(Kurze) Nutznießung dieser Welt – und schon kommt ihre Heimkehr zu Uns. Dann geben Wir ihnen die strenge Strafe zu kosten, weil sie nicht glaubten.
(Sure 10:70 – Yunus)
 

DEM TERRORISMUS KANN NUR MIT LIEBE BESIEGT WERDEN

Gott offenbart im Quran, dass Er dem Menschen Seine eigene Seele eingehaucht hat (Sure 32:9 - al-Sadschda), Seiner Schöpfung, und dass der Mensch Sein Stellvertreter ist auf Erden. Eine der wichtigsten Besonderheiten, die den Menschen von den anderen Lebewesen unterscheidet, ist seine Erschaffung mit einem Selbst und einem Gewissen. In jedem Menschen gibt es ein Selbst, das Böses befiehlt und ein Gewissen, das ihm eingibt, vor dem Bösen auf der Hut zu sein. Der Mensch besitzt neben den guten Eigenschaften, die vom Gewissen eingegeben werden, wie Liebe, Opferbereitschaft, Barmherzigkeit, Bescheidenheit, Güte, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Treue, Zartgefühl und Hilfsbereitschaft auch zerstörerische und negative Eigenschaften, die aus dem Selbst resultieren. Ein gläubiger Mensch kann allerdings dank seines Gewissens richtig von falsch unterscheiden und bevorzugt zu jeder Zeit eine gute gute Moral. Der starke Glaube an Gott sowie die tiefe Gottesfurcht, der Glaube an die Existenz des Jenseits, die Furcht vor den unendlichen Höllenqualen und die Sehnsucht nach dem Leben im Paradies halten den Menschen von der Zügellosigkeit des Selbst zurück. Dieser Mensch benimmt sich stets anständig, verzeiht, vergilt Schlechtes mit Gutem, hilft denjenigen, die in Not geraten sind, ist barmherzig, voller Liebe, gütig und tolerant.
Terroristen dagegen sind Menschen, die der Stimme des Selbst lauschen, die in Ruhe alle Arten von Bosheiten begehen und nicht auf die Stimme ihres Gewissens hören. Aus diesem Grund sind sie lieblos, aggressiv, begehen mit Leichtigkeit jede Art von Sittenlosigkeit und sind Personen, die Menschen ohne Gewissensbisse quälen können. Deshalb besitzen sie keine Gottesfurcht, wissen nichts von der religiösen Moral. Es gibt keine Kraft, die einen nicht Gottesfürchtigen Menschen am Ausüben von Verbrechen hindert.
Die bestehenden Regeln einer Gesellschaft können die Menschen lediglich bis zu einem gewissen Punkt von Verbrechen und Bosheit abhalten. Der Staat kann öffentliche Plätze, Straßen und Zentren mit Sicherheitskräften teilweise kontrollieren und dank eines starken Justizwesens notwendige Maßnahmen einleiten, um die Verbrechensquote zu senken. Da es aber unmöglich ist, jeden Menschen 24 Stunden unter Kontrolle zu halten, muß ab einem bestimmten Punkt das Gewissen des Menschen diese Funktion übernehmen. Ein Mensch, der seinem Gewissen nicht gehorcht, kann leicht straffällig werden, wenn er mit anderen Personen zusammen kommt, die ebenso denken wie er selbst. Auf diese Weise entsteht eine Gesellschaft, die sich der Lüge zuwendet, nicht davor zurückscheut, einen ungerechtfertigten Gewinn einzustreichen und sich nicht daran stört, Unschuldige zu unterdrücken. Es ist klar, dass in einer Gesellschaft, die ohne Gottesfurcht ist und die ihre geistigen Werte verlor, physische Maßnahmen und Praktiken ohne Erfolg sind. Die religiöse Moral allerdings befiehlt dem Menschen, Abstand vom Bösen auch dann zu nehmen, wenn er allein ist, und niemand vorhanden ist, der ihn wegen eines begangenen Übels bestrafen könnte. Ein Mensch, der weiß, dass er wegen jeder seiner Bewegungen, jeder seiner Entscheidungen und jedem seiner Worte vor Gott Rechenschaft ablegen muss und am Tag des Gerichts die seiner Taten entsprechende Vergeltung erhält, dieser Mensch wird sich vor jeder Bosheit aufs Äußerste in Acht nehmen.
In einer Gesellschaft, die gelernt hat, aus eigenem Willen von der Bosheit Abstand zu nehmen, findet sich kein Lebensraum mehr für eine Terrororganisation. Denn in einer Gesellschaft, die von der religiösen Moral beherrscht wird, ist es nur natürlich, dass die Gründe verschwinden, die für das Entstehen von Gewalt anwendenden Organisationen verantwortlich sind. Wenn die Gesellschaft im allgemeinen über hohe Tugenden wie Aufrichtigkeit, Opferbereitschaft, Liebe, Güte und Gerechtigkeit verfügt, dann begegnet man auch keinen negativen Vorkommnissen wie Armut, ungleicher Einkommensverteilung, mangelnder Justiz, Ungerechtigkeit, Unterdrückung von Unschuldigen und Freiheitsbeschränkung. Es werden ganz im Gegenteil die Bedürfnisse des Bedürftigen gedeckt, der Reiche wird den Armen beschirmen, der Starke den Schwachen schützen und soziale Einrichtungen wie Gesundheitswesen und Schulwesen werden zum Besten für jeden genutzt. So entsteht eine Gesellschaftsordnung, in der unterschiedliche Ethnien, Religionen und Kulturen von Toleranz und Verständnis beherrscht werden. Aus diesen Gründen ist die gute gute Moral ein Schlüssel zur Lösung vieler gesellschaftlicher Probleme. Der Quran ist die Quelle, die Gott der Menschheit zur Rechtleitung offenbart hat.
...wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am
Leben erhalten...
(Sure 5:32 – al-Ma’ida)
Der wahre Islam
Die Religion des Islam wies in dem halben Jahrtausend, nachdem Prophet Muhammad (s.a.w.s) den ersten Vers geoffenbart hatte, eine Entwicklung auf, die in der Geschichte ihresgleichen sucht. Der Islam verbreitete sich über die arabische Halbinsel hinaus im gesamten Mittleren Osten und in Nordafrika und erstreckte sich bis nach Spanien. Das Interesse zahlreicher Menschen im Westen wurde auf diese Religion gelenkt. Mit den Worten des bekannten Islamkenners John L. Esposito "ist das eindrucksvollste an der ersten Verbreitung des Islam dessen Geschwindigkeit und Erfolg. Westliche Akademiker versetzt dies in Bewunderung."xiii Innerhalb der inzwischen vergangenen 14 Jahrhunderten verbreitete sich der Islam von Indonesien bis nach Latein Amerika in jeden Winkel der Welt. Heute stellen die Muslime mit 1 Milliarde Menschen etwa ein Fünftel der Erdbevölkerung, und der Islam wird als die am schnellsten wachsende Religion angesehen. Insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11. September stieg das Interesse am Islam und es wurde deutlich, von welcher Bedeutung das Verständnis der Botschaft des Islam ist.
Betrachtet man heute die Islamische Welt, dann sehen wir, dass die Praktizierung des Islam breit gefächert ist. Die Unterschiede in der Ausführung des Islam werden von Sitten und Gebräuchen der Gesellschaft, deren kultureller Erfahrung und deren Wahrnehmung der Welt geformt. Diese Verschiedenartigkeit kann der Grund dafür sein, dass Menschen, die versuchen den Islam zu verstehen oder den Islam erforschen wollen, zu falschen Überzeugungen gelangen. Der einzige Weg, zum richtigen Verständnis zu gelangen ist, all diese Unterschiede zur Seite zu schieben und sich dem Quran, der die Quintessenz der Islamischen Moral erklärt, sowie den Ausführungen unseres Propheten (s.a.w.s) zuzuwenden. Denn die in Rede stehenden Unterschiede liegen nicht in der Quranischen Moral begründet, sondern können nur Elemente sein, die die traditionellen Werte einer Gesellschaft wiederspiegeln.
Wenn eine Gesellschaft auch zur Mehrheit aus Muslimen besteht, so bedeutet dies nicht, das die Verhaltensweisen dieser Gesellschaft, deren Verständnis und deren Urteile im wahrsten Sinne des Worte Islamisch sind, oder das es notwendig ist, diese im Namen des Islam zu verteidigen. Diese Tatsache muß man sich bei der Bewertung des Islamverständnisses einer Gruppe oder Gesellschaft vor Augen halten. Unterschiede der Auslegung können durch die Lebensbedingungen zustande kommen, in denen sich diese Gruppen befinden. Der einzige Weg, zu einer korrekten Ansicht über den Islam zu kommen, ist, die Differenzen beiseite zu lassen und sich dem Quran zuzuwenden, in dem das Wesen der Islamischen Moral dargelegt ist und sich auf das Handeln unseres Propheten (s.a.w.s) zu besinnen.
Es ist ein großer Fehler, sich eine Meinung über den Islam und eine Gesellschaft von Muslimen zu bilden, ohne den Quran untersucht zu haben und ohne zu wissen, ob die Praxis dieser Muslime im Quran gutgeheissen wird. Die Betrachtung der Lebensart einer einzigen Muslimischen Gesellschaft kann einen Menschen sehr in die Irre führen, wenn er versucht, den Islam zu verstehen, und sich dabei Vermutungen hingibt. So ist es zuallererst notwendig, den wahren Islam zu lernen. Erst wenn der Islam seiner wirklichen Quelle entsprechend verstanden wurde, kann man sinnvoll diesem Maßstab entsprechend die in den unterschiedlichen Ländern der Welt gelebten Modelle betrachten. Dann werden zahlreiche Menschen, die glauben, die Islamische Religion zu kennen, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben Bekanntschaft mit dem wahren Islam machen.
Der Islam verbietet das Töten unschuldiger Menschen
Der Terror hat auch die Unschuldigen zum Ziel. Gott hat aber den Menschen verboten, Unschuldigen etwas zu Leide zu tun.
In der Islamischen Religion gilt das Töten eines unschuldigen Menschen als eine sehr große Sünde und eine Person, die einen hilflosen Menschen tötet, wird sich im jenseitigen Leben großen Qualen ausgesetzt sehen:
... wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und zu ihnen kamen Unsere Gesandten mit deutlichen Beweisen; aber selbst dann wären viele von ihnen (weiterhin) ausschweifend auf Erden. (Sure 5:32 - al-Ma'ida)
Dem obigen Vers zufolge ist für den Quran das Töten eines Unschuldigen gleichbedeutend mit dem Töten der gesamten Menschheit. Die Bedeutung, welche das menschliche Leben für die Gläubigen hat, wird in der Sure Furkan folgendermaßen erklärt:
Und diejenigen, welche neben Gott keine andere Gottheit anrufen und niemand töten, wo Gott doch zu töten verboten hat, außer nach Gesetz und Recht… Wer solches tut, findet Strafe. (Sure 25:68 - al-Furqan)
In einem anderen Vers befiehlt Gott den Menschen folgendermaßen:
Sprich: "Kommt her, ich will bekanntgeben, was euer Herr euch (wirklich) verbot: Ihr sollt Ihm nichts an die Seite stellen. Und den Eltern sollt ihr Gutes tun. Und ihr sollt eure Kinder nicht aus Armut töten: Wir werden euch und sie versorgen; und nähert euch nicht Abscheulichkeiten, weder öffentlichen noch heimlichen. Und tötet kein Leben, das Gott verwehrt hat, es sei denn aus rechtfertigendem Grund.Das hat Er euch geboten; vielleicht begreift ihr es." (Sure 6:151 - al-An'am)
Ein Muslim, der mit aufrichtigem Herzen an Gott glaubt, Seine Verse mit Sorgfalt praktiziert und sich vor den endlosen Qualen des Jenseits fürchtet, wird auf der Hut sein, auch nur einem einzigen Menschen Schaden zuzufügen. Denn er bedenkt, dass Gott unendliche Gerechtigkeit besitzt und dass er unbedingt die Gegenleistung für alle seine Taten erhält. Unser Prophet (s.a.w.s) erklärte den Menschen in einem Hadis auf folgende Weise, dass Gott nicht zufrieden ist:
Es sind drei Dinge, zum einen im Harem (heiligen Bereich) Tyrannei und Ungerechtigkeit ausüben, zum anderen die Unwissendheit als Gewohnheit wünschen und zum dritten in ungerechtfertigter Weise das Blut der Menschen fließen zu lassen.xiv
Der Islam befiehlt sich gerecht zu verhalten
Die Islamische Moral befiehlt den Gläubigen sich beim Fassen eines Beschlusses, beim Sprechen, bei der Arbeit, also in jedem Moment ihres Lebens, gerecht zu verhalten. Die Befehle, die Gott im Quran gab und das maßgebliche Vorbild unseres Propheten (s.a.w.s) zeigen uns mit allen Details, wie dieses Gerechtigkeitsverständnis zu sein hat. Alle Botschafter, von denen uns im Quran berichtet wird, brachten den Gesellschaften, denen sie als Warner gesandt wurden, Gerechtigkeit und Frieden; die Ankunft der Propheten gab Anlaß zur Aufhebung von Tyrannei und Brutalität, die auf der Glaubensgemeinschaft lasteten. Gott teilt in der Sure Yunus folgendermaßen mit:
Und jedes Volk hat seinen Gesandten. Und erst nachdem ihr Gesandter kam, wird in Gerechtigkeit zwischen ihnen entschieden, und so erleiden sie kein Unrecht. (Sure 10:47 - Yunus)
Die wichtigste Besonderheit des Muslimischen Moralverständnisses ist, in jeder Situation gerecht zu handeln, auch wenn die andere Person ein naher Verwandter ist. Gott befiehlt in einer Sure folgendermaßen:
O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder euere Eltern und Verwandten. Händele es sich um arm oder reich, Gott steht euch näher als beide. Und überlaßt euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr (das Recht) verdreht oder euch (von ihm) abkehrt, siehe, Gott weiß, was ihr tut. (Sure 4:135 - an-Nisa)
Wie dem Vers zu entnehmen ist, sind für einen Gläubigen weder die finanzielle Situation noch der Status des Gegenüber von Bedeutung. Wichtig ist die Verwirklichung des Rechtes, das Vermeiden von Ungerechtigkeiten und das korrekte Ausführen der Verse Gottes. In der Sure al-Ma'ide wird folgendermaßen befohlen:
O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Gott bezeugt. Der Haß gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Gott. Siehe, Gott kennt euer Tun. (Sure 5:8 - al-Ma'ida)
In der obigen Sure befiehlt Gott dem Gläubigen zu jeder Zeit und sogar gegen die eigenen Feinde gerecht zu entscheiden. Auch wenn ihm jemand Unrecht tat, ihn in einer schwierigen Situation alleine ließ, oder jemand sein Feind wurde, dann entscheidet ein Muslim niemals plötzlich, sondern denkt mit seinem Gewissen und den Quranischen Versen entsprechend nach. Auch wenn die Gegenseite sich tatsächlich falsch verhalten hat, begegnet er dieser im Guten und ist verpflichtet, die von Gott befohlene Moral an den Tag zu legen. Gott dagegen befahl im 8. Vers der Sure al-Mumtahina folgendermaßen:
"Gott verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Gott liebt fürwahr die gerecht Handelnden."
Die Unterschiede in den Rassen der Menschen und in ihren Nationen sind keine Ursache für Auseinandersetzungen. Sie sind, ganz im Gegenteil, ein kultureller Reichtum.
Gott teilte den Muslimen mit, innerhalb welcher Grenzen sich die Beziehungen mit anderen Gesellschaften zu bewegen haben. Diese Verse sind für einen Gläubigen die Basis, von der aus er die gesamte Menschheit betrachtet. Das Verhalten eines Muslims hängt nicht von dem Gegenüber ab, sondern von dem, was Gott im Quran mitteilt. Deshalb befindet sich ein mit aufrechtem Herzen glaubender Muslim stets auf der Seite des Rechts. Hierzu wird die Entschlossenheit der Gläubigen mit dem Vers "Und unter denen, die wir erschufen, ist eine Gemeinschaft, welche zur Wahrheit leitet und ihr gemäß gerecht handelt." (Sure 7:181 - al-A'raf) dargestellt. Weiter Quranische Verse über die Gerechtigkeit lauten folgendermaßen:
Joel Augustus Rogers
Siehe, Gott gebietet euch, die euch anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr unter den Leuten richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. Siehe, Gott - wie trefflich ist das, wozu Er euch mahnt! Siehe, Gott hört und sieht. (Sure 4:58 - an-Nisa)
Sprich: "Mein Herr hat Gerechtigkeit befohlen. So wendet euer Angesicht in jeder Moschee (zu Ihm) und ruft Ihn in lauterem Glauben an. So, wie Er euch schuf, kehrt ihr (zu Ihm) zurück." (Sure 7:29 - al-A'raf)
Siehe, Gott gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen. (Sure 16:90 - an-Nahl)
Gemäß des im Quran beschriebenen Gerechtigkeitsverständnisses ist es unwichtig, welcher Religion, Rasse oder welchem Geschlecht der Gegenüber angehört. Denn der Islam verteidigt die Gleichheit unter den Rassen und Geschlechtern und weist jegliche Art von ethnischer Diskriminierung zurück. Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) betonte mit seinen Worten "Alle Menschen stammen von Adam. Adam ist von Erdexv, dass keinerlei Unterschied zwischen den Menschen bestehe. Eigenschaften wie Hautfarbe, sozialer Status und Reichtum führen bei keinem Menschen zu Überlegenheit.
Heute sind die Menschen überall auf der Welt aufgrund ihrer Rasse, Sprache oder Hautfarbe brutaler Behandlung ausgesetzt. Als Sinn der unterschiedlichen Schöpfung von Völkern und Stämmen wird im Quran das einander Kennenlernen angegeben. Unterschiedliche Stämme und Nationen, die alle Gottes Diener sind, müssen einander kennenlernen und ihre jeweils unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Sitten und Fähigkeiten erlernen. Das Vorhandensein verschiedener Rassen und Nationen soll nicht zu Auseinandersetzung und Krieg führen, sondern zu kulturellem Reichtum. Ein Glaubender weiß sehr wohl, dass die einzige Überlegenheit des Menschen in der Frömmigkeit liegt, also in dessen Gottesfurcht und Überlegenheit im Gottesglauben.
O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Gott am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Gott ist fürwahr wissend, kundig. (Sure 49:13 - al-Hudschurat)
In einer anderen Sure erklärt Gott dagegen:
"Zu Seinen Zeichen gehören auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit euerer Sprachen und euerer (Haut) Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die Wissenden." (Sure 30:22 - ar-Rum)
Blicken wir in die Geschiche des Islam, dann sehen wir zahlreiche Beispiele für Gerechtigkeit gegenüber anderen Rassen. Der Islam breitete sich mit unglaublicher Geschwindigkeit aus und vereinnahmte große Gebiete von Afrika, Asien und Europa. Zusammen mit diesen Eroberungen verbreiteten sich auch die Schönheiten der Islamischen Moral. Der Islam verbreitete sich über jede Rasse, Nation und soziale Gebilde und verband Millionen von Menschen mit einem vorher nicht gekannten Band der Brüderlichkeit. Joel Augustus Ragers, der die Rassen der Menschen und die Beziehungen der Schwarzen zu anderen Kulturen untersuchte, und auf diesem Gebiet durch wichtige Ergebnisse bekannt wurde, beschrieb in seinem Buch Sex and Race (Geschlecht und Rasse) folgendermaßen die Auswirkungen des Islam auf die Welt:
Ein Grund dafür, weshalb der Islam seit Jahrhunderten in leuchtender Weise an der Macht bleibt ist die Tatsache, dass es in dieser Religion nahezu keine Bestimmungen gibt bezüglich Rasse und Klasse, dass Hautfarbe und sozialer Status nicht zählen und dass der Aufstieg bis in die oberste Riege der Glaubensgemeinschaft an Fähigkeiten gebunden ist... Der Islam wurde zum größten und gleichzeitig freiesten Schmelztiegel der Rassen und diese Rassenmischung entstand in einem Herrschaftsbereich von bisher unbekannter Größe. Das Islamische Imperium erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht im Westen von Spanien und Mittelfrankreich über Mittelasien bis nach Indien, China und den Pazifischen Ozean im Osten. Die Herrscher dieses großen Reiches waren von unterschiedlicher Hautfarbe. Wie unbedeutend die Verschiedenfarbigkeit von Blumen in einem Garten für die Blumen ist, so unwichtig war die unterschiedliche Hautfarbe für die Muslime.xvi
Einer der bekanntesten Islamkenner der Welt, Professor Hamilton Alexander Rossken Gibb drückt in seinem Buch Whither Islam? (Islam wohin?) einen anderen Blickwinkel des Islam auf die Rassen aus:
Es gibt keine andere Gesellschaft, die so erfolgreich so viele Rassen zusammenfügte, die aufgrund von Status, Chance und Initiative so unterschiedlich sind, und allen diesen auch noch die gleichen Rechte zubilligte. Der Islam verfügt auf jeden Fall über eine Kompromisskraft für unterschiedliche und scheinbar nicht harmonisierenden Rassen. Arbeiten die großen Gesellschaften im Osten und Westen zusammen, anstelle eine Opposition zu bilden, denn wird die Kompromissfähigkeit des Islam unausweichlich sein...xvii
Die Islamische Moral zielt auf eine Gesellschaft, die auf der Grundlage von Brüderlichkeit, Frieden, Freiheit und Ruhe aufgebaut ist. Deshalb entzog sich jede, mit dem Islam in Berührung kommende Gesellschaft der Unterdrückung, Grausamkeit und Auseinandersetzung vergangener Zeiten und baute eine neue Gesellschaftordnung auf Frieden auf. Zahlreiche westliche Wissenschaftler berichten in ihren Büchern von dieser Tatsache und brachten zur Sprache, dass dies eine tiefe und positive Wirkung auf die unterschiedlichsten Gesellschaften ausübte, die mit dem Islam bekannt wurden. Professor Robert Briffault bringt in seinem Buch The Making of Humanity (Das Werden der Menschheit) ()die Beziehung der westlichen Gesellschaften mit dem Islam folgendermaßen in Verbindung:
Die Ideale aller Zivilisationen wie Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz, Konsultationen und die Idee einer demokratischen Regierung bei allgemeinen Wahlen, welche sowohl die Vorherrschaft bei der Vorbereitung der amerikanischen Verfassung übernahmen als auch die Deklaration der Menschenrechte inspirierten, sind keine westlichen Neuerungen. Alle Grundlagen dieser Ideale finden sich im Heiligen Buch des Quran. Diese Ideale sind der Auszug, den die Gebildeten des mittelalterlichen Europas auf dem Wege der Nachahmung der Muslime Spaniens und Siziliens, der Kreuzritter und der Islamischen Bruderschaftsvereinigung und unter Vermittlung der nach den Kreuzzüglern in Europa entstandenen Glaubensgemeinschaften vom Islam erlernten.xviii
Die obigen Zitate drücken aus, dass die Islamische Moral über Jahrhunderte hinweg der gesamten Welt Unterricht in Sachen Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit erteilte. Doch auch die Menschen unserer heutigen Welt verlangen nach einer solchen Kultur und es gibt keinen Grund weshalb eine solche Kultur nicht wieder entstehen sollte. Das einzige Erfordernis ist, dass die Menschen zunächst bei sich selbst in der Absicht beginnen, die gleiche Moral unter anderen Menschen zu verbreiten. Wenn die vom Quran befohlene Moral gelebt wird, dann wird von der obersten Führung bis nach ganz unten jedermann gerecht, barmherzig, tolerant, liebevoll, achtungsvoll, verzeihend und aufrichtig sein und Frieden und Ruhe werden in der gesamten Gesellschaft einkehren.
Der Muslim lädt zur Islamischen Moral ein
Es gehört zur Verantwortung eines jeden Muslims, die Menschen zur Islamischen Moral einzuladen und ihnen von der Existenz Gottes und den Beweisen der Schöpfung zu berichten. Mit dem Vers, "Und damit aus euch eine Gemeinde wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohlergehen wird." (Sure 3:104 - Al-Imran) wurde diese Verantwortung allen Muslimen bekannt gemacht. In den Versen teilt Gott auch mit, wie diese Einladung vonstatten zu gehen hat.
Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Sure 16:125 - an-Nahl)
Freundliche Worte und Verzeihung sind besser als ein Almosen, dem Verletzendes folgt. Und Gott ist reich und milde. (Sure 2:263 - al-Baqara)
Gläubige Muslime sind sich mit dem Vers, "Diese glauben an Gott und an den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und wetteifern in guten Werken; und sie gehören zu den Rechtschaffenen." (Sure 3:114 - Al-Imran) auch der Bedeutung dieser ins Auge fallenden Aufgabe bewußt. Deshalb laden sie jeden in ihrem Umfeld, Verwandte, die Familie und alle Menschen, mit denen sie in Kontakt stehen, zum Glauben an Gott, und zum Leben dieser Moral ein. In der Sure Tauba wird folgendermaßen von der guten Moral der Gläubigen berichtet:
In der Tat, wer auch immer sich Gott hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein. (Sure 2:112 – al-Baqara)
Und die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einer des anderen Freund. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und verrichten das Gebet und zahlen die Steuer und gehorchen Gott und Seinem Gesandten. Sie - wahrlich, Gott erbarmt sich ihrer. Siehe, Gott ist mächtig und weise. (Sure 9:71 - at-Tauba)
Wie dieser Vers zu verstehen gibt, ist jeder gläubige Mensch für die Dauer seines irdischen Lebens verpflichtet, die gute Moral zu erklären, diese insbesondere selbst zu leben, den Menschen deren Schönheiten zu empfehlen und sie dazu zu veranlassen vor dem Schlechtem auf der Hut zu sein. Gott befahl mit dem Vers, "Und sage Meinen Dienern, sie sollen stets freundlich sprechen..." (Sure 17:53 - al-Isra') den Gläubigen, stes mit höflichen Worten zu sprechen. In der Sure Ibrahim wird mit folgendem Vergleich ein gutes Wort und ein schlechtes Wort erklärt:
Siehst du nicht, womit Gott ein gutes Wort vergleicht? Es ist gleich einem guten Baum, dessen Wurzel fest ist und dessen Zweige in den Himmel reichen, und der seine Ernte mit seines Herrn Erlaubnis zu jeder Zeit abwirft. So prägt Gott Gleichnisse für die Menschen, damit sie sich ermahnen lassen. Und das Gleichnis eines schlechten Wortes ist ein schlechter Baum, der aus dem Boden entwurzelt wurde und keine Festigkeit mehr hat. Festigen wird Gott die Gläubigen durch das festigende Wort, im irdischen Leben und im Jenseits. Doch Gott läßt die Ungerechten irregehen. Und Gott tut, was Er will. (Sure 14:24-27 - Ibrahim)
Ein Mensch, der ein schönes Leben wünscht, muß die Schönheiten fördern, jemand der Gutes wünscht, muß sich um die Verbreitung des Guten bemühen; ein Mensch der gewissenhaftes Verhalten sehen möchte, muß Gewissenhaftigkeit empfehlen und jemand, der mit Tyrannei unfrieden ist, muß vor dieser warnen; ein Mensch also, der Recht wünscht, muß die anderen Menschen zur Gerechtigkeit aufforden. Gott gibt den richtigen Weg vor und verleiht einem schönen Wort bei der anderen Seite Wirksamkeit. Gott teilt mit, dass sich der Prophet als Ergebnis seines ausgezeichneten Charakters und seiner hervorragenden Moral den Menschen gegenüber stets freundlich verhielt und zeigte Ihn allen Menschen als Beispiel.
Der Islam befiehlt gegenseitige Unterstützung und Hilfe
Gott befahl im Quran den Menschen folgendermaßen:
… Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Gott; siehe, Gott ist streng im Strafen. (Sure 5:2 - al-Ma'ida)
Die Gläubigen verwenden ihren Eifer nur für gute Sachen. Sie denken an den Vers Gottes "... Und was ihr Gutes tut, siehe, Gott weiß es." (Sure 4:127 - an-Nisa) und sie vergessen nicht, dass sie das Entgelt für alle ihre Taten von unserem Herrn erhalten werden. In dem obigen Vers wurde mitgeteilt, dass die Gottgefällige gegenseitige Hilfe Gutes und Frömmigkeit betrifft. Im Quran wurde uns auch erläutert, was Gutes zu bedeuten hat:
Siehe, Gott tut nicht einmal im Gewicht eines Stäubchens Unrecht. Und wenn es eine gute Tat ist, wird Er sie verdoppeln und großen Lohn von Sich geben. (Sure 4:40 – an-Nisa)
Frömmigkeit besteht nicht darin, dass ihr euer Gesicht nach Westen oder Osten kehrt. Fromm ist vielmehr, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und an die Engel und die Schrift und die Propheten; und wer sein Geld - auch wenn er selbst Bedarf hat - für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; und wer das Gebet verrichtet; und wer die Steuer (zakat) zahlt; und die, welche ihre eingegangenen Verpflichtungen einhalten und in Unglück, Not und Gefahr standhaft sind: Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 - al-Baqara) Wie zu erkennen ist, unterscheidet sich wirklich Gutes von dem, was in der Gesellschaft dafür in der Regel gehalten wird. Menschen, die die Quranische Moral nicht leben, verstehen Gutes als Etwas, das nach Lust und Laune getan wird und als eine Hilfe, die auf einer Bitte der Gegenseite beruht. Dieses Gute ist im allgemeinen darauf beschränkt, dem am Wegesrand stehenden Bettler Geld zu geben und den alten Menschen im Omnibus einen Platz anzubieten.
Wie wir jedoch in der Sure al-Baqara sehen können, ist das Gute, von dem der Quran spricht, eine Form der Moral, die das gesamte Leben der Gläubigen umfaßt und eine Andachtsübung, die man nicht nach Lust und Laune, sondern sein gesamtes Leben lang praktiziert. Ein Muslim ist ein Diener von unerschütterlichem Glauben, der, auch wenn er selbst bedürftig ist, Armen und Waisen hilft und die Liebsten ernährt (Sure 76:8 - al-Insan). Denn Gott berichtete mit dem Vers, "Und von ihrem Vermögen war ein Teil für den Bittenden und den verschämten Armen." (Sure 51:19 - adh-Dhariyat) dass einander helfen, ernähren und Gutes tun die Pflicht des Muslims ist. Die Hilfe ist an keine Bedingung gebunden. Ein Gläubiger unternimmt jede Art von Opferbereitschaft, um das erforderliche Gute zu tun und das Gute bei anderen zu fördern. Seine Hilfe erwartet keine Gegenleistung und zielt nur auf Gottes Zufriedenheit. In der Sure al-Insan beschreibt Gott dieses Verhalten der Gläubigen:
"Seht, wir speisen euch um Gotts willen. Wir wollen weder Belohnung von euch noch Dank. Seht, wir fürchten einen finsteren, unheilvollen Tag von Seiten unseres Herrn." (Sure 76:9, 10 - al-Insan)
Ein Muslim weiß, dass Gott über endlose Gerechtigkeit verfügt und vergißt niemals, dass es eine Gegenleistung für das gute Benehmen im weltlichen Leben geben wird. Er vergißt auch nicht, dass das weltliche Leben vorüber geht, und die eigentliche Heimstätte bei unserem Herrn liegt. Denn Gott warnt die Menschen vor diesem unausweichlichem Ende:
Der Quran befiehlt moralische Schlichtheit, Hilfsbereitschaft und Gutes tun. Sicherheit und Ruhe herrschen in der Gesellschaft, die diese Moral lebt.
Und Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist nur in Wahrheit. Und wahrlich, die Stunde kommt! Vergib daher mit großer Nachsicht. (Sure 15:85 - al-Hidschr)
Und dient Gott und setzt Ihm nichts an die Seite. Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbar, sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen, den Reisenden und zu denen, welche ihr von Rechts wegen besitzt. Siehe, Gott liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler. (Sure 4:36 - an-Nisa)
Gott beschreibt folgendermaßen das Entgelt, das diejenigen erhalten werden, die sich wohl verhalten und teilt der ganzen Menschheit eine sehr frohe Botschaft mit:
Diejenigen aber, welche glauben und das Gute tun - Wir lassen den Lohn derer, deren Werke gut sind, sicherlich nicht verloren gehen. (Sure 18:30 - al-Kahf)
Auch zu denen, welche gottesfürchtig waren, wird gesprochen: "Was hat euer Herr hinabgesandt?" Sie werden antworten: "Gutes!" Diejenigen, die Gutes tun, erhalten Gutes im Diesseits. Aber die Wohnung des Jenseits ist besser. Und wahrlich, herrlich ist die Wohnung der Gottesfürchtigen, die Gärten Edens, in die sie eintreten. Sie werden von Bächen durcheilt. Und sie erhalten dort, was sie nur wünschen. Also belohnt Gott die Gottesfürchtigen. (Sure 16:30, 31 - an-Nahl)
Der Islam will Gutes für die Menschen und befiehlt vor dem Schlechten auf der Hut zu sein
Die Gläubigen lernen aus dem Quran, was das wahre Gute und das wahre Schlechte ist; Gott sandte den Quran als ein Buch, das das Rechte vom Falschen unterscheidet. Im Quran werden anhand von Beispielen, die für jeden Menschen verständlich sind Begriffe wie richtig und falsch, gut und schlecht erklärt. Weil sich die Gläubigen vor Gott fürchten, wurden ihnen Licht und Verständnis eingegeben, was ihnen dazu verhilft, Gutes von Schlechtem unterscheiden zu können. (Sure 8:29 - al-Anfal)
Der Muslim weiß über das im Quran beschriebenen Gute und Schlechte sehr gut Bescheid und bemüht sich, sich sein gesamtes Leben lang entsprechend zu verhalten. Allerdings gibt es eine wichtige Verantwortung, die auf ihm lastet: dies ist, die Menschen dazu einzuladen, das Rechte zu sehen, sich vor dem Falschen zu hüten und ein Leben entsprechend der Quranischen Moral zu führen. Deshalb erklären die Gläubigen ihr ganzes Leben lang den Menschen den Unterschied zwischen gut und schlecht. Gott befahl den Gläubigen folgendermaßen:
Und damit aus euch eine Gemeinde wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohlergehen wird. (Sure 3:104 - Al-Imran)
Wer mit Gutem kommt, dem soll das Zehnfache gegeben werden. Und wer mit Bösem kommt, dem soll nur im gleichen Maße vergolten werden. Und es soll ihnen kein Unrecht geschehen. (Sure 6:160 – al-An’am)
Im Quran wird überdies die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, welch glückselige Personen diejenigen für andere Menschen sind, die diesen Befehl Gottes ausführen:
Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen erstand. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Unrechte und glaubt an Gott. Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler. (Sure 3:110 - Al-Imran)
Die Gläubigen praktizieren die Regelung des Quran, Gutes zu befehlen nicht nur gegenüber Menschen, die Rechtes nicht vom Falschen unterscheiden können und mit der Religion nicht vertraut sind, sondern auch gegenüber den Gläubigen. Die Menschen fallen dem Irrtum anheim, nicht nur aus Unwissenheit, sondern manchmal auch aus Vergesslichkeit oder getrieben von irdischen Begierden. In solchen Situationen befehlen sich die Gläubigen das Gute und verhindern das Schlechte, indem sie sich gegenseitig an die Regelungen des Quran erinnern. Sie warnen einander durch die Erzählung, dass im weltlichen Leben nur diejenigen die frohe Botschaft des Paradieses vernehmen werden, die Gutes tun und fromme Taten verrichten, und dagegen diejenigen Höllenqualen ausgesetzt sein werden, die sich nicht vor dem Schlechten in Acht nehmen. Wegen dieser angenehmen Verantwortung empfinden sie nicht den kleinsten Überdruß und fahren fort ihr Gegenüber - egal wie viele Fehler er auch immer macht - geduldig, liebevoll und barmherzig zu warnen. In vielen Versen teilt Gott mit, dass er die Geduldigen liebt und fordert die Gläubigen dazu auf, bei der Praktizierung der Quranischen Moral geduldig zu sein. In den Versen teilt dies Gott folgendermaßen mit:
O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe, Gott ist mit den Standhaften. (Sure 2:153 - al-Baqara)
Außer jenen, die standhaft sind und das Rechte tun. Für sie ist Verzeihung und großer Lohn. (Sure 11:11 - Hud)
Der Islam befiehlt Schlechtes mit Gutem zu vergelten
Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden. (Sure 41:34 - Fussilat)
Wehre das Böse mit Gutem ab! Wir wissen ja, was sie (über Uns) aussagen. (Sure 23:96 - al-Mu'minun)
Wie die obigen Suren zu verstehen geben, versprach Gott den Gläubigen, dass sie ein gesegnetes Ergebnis in Händen halten werden, wenn sie Schlechtes mit gutem Benehmen vergelten. Es wurde sogar darauf hingewisen, dass sich selbst aus einer Feindschaft eine enge Freundschaft entwickeln kann. Schlechtes mit Gutem zu vergelten, entspricht der Realität des menschlichen Barmherzigkeitsverständnisses. Wenn ein Gläubiger sieht, wie andere eine Haltung einnehmen, die Gott nicht gefällt, so wird er als erstes bedenken, wie dies im Jenseits auf ihn zurück fallen wird. Dann wird er sich nähern, tolerant und in Demut, er wird sich nicht dem Gefühl des Stolzes überlassen.
Wer das Rechte tut, und gläubig ist, sei es Mann oder Frau, dem werden Wir ein gutes Leben geben. Und Wir werden ihn nach seinen besten Werken belohnen. (Sure 16:97 – an-Nahl)
Im Laufe ihres Lebens können die Gläubigen auf Menschen sehr verschiedener Charaktere treffen, wobei sich ihr moralisches Verhalten nicht entsprechend dem Verhalten des Gegenüber ändert. Der Gegenüber kann verspotten, häßliche Worte benutzen, verärgert sein und Schlechtes tun, sich sogar feindselig verhalten. Anstand, Bescheidenheit, Barmherzigkeit und Nachgiebigkeit des Gläubigen ändern sich niemals. Ein böses Wort vergilt er nicht mit Ähnlichem. Dem Spötter antwortet er nicht mit Spott, dem Wütenden nicht mit Wut. Einem wütenden Menschen gegenüber ist er ruhig und gemäßigt, geduldet sich und ist nachsichtig. Einem beleidigenden Verhalten gegenüber bewegt er sich mit Toleranz und Barmherzigkeit, was nicht nur dieses Verhalten beschämt sondern auch den anderen nach guter Moral verlangen läßt. Dies ist die Moral, die uns Prophet Muhammad (s.a.w.s) empfohlen hat. Der Prophet (s.a.w.s) befahl in einem Hadith, "Sei doch nachsichtig, auch dir gegenüber sollen sie sich nachsichtig verhalten."xix In einem anderen Hadith sprach der folgendermaßen zu den Gläubigen:
Niemand von euch möge zu den persönlichkeitslosen Jemanden gehören, die sagen "Ich bin mit den Menschen zusammen. Wenn die Menschen Gutes tun, tue ich es auch, wenn sie sich schlecht verhalten, verhalte auch ich mich schlecht"! Im Gegenteil, erzieht euer Selbst dazu Gutes zu tun, wenn die Menschen Gutes tun und kein Unrecht zu begehen, wenn sie sich schlecht benehmen.xx
In der Sure Maide teilt unser Prophet (s.a.w.s) folgendermaßen mit, dass der Verrat der Israeliten notwendigerweise zu verzeihen ist:
… vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt wurde. Du wirst immer wieder Verräter unter ihnen entdecken, bis auf wenige. Aber vergib ihnen und verzeihe; siehe, Gott liebt die Gutes Tuenden. (Sure 5:13 - al-Ma'ida)
Und sei standhaft in Geduld. Siehe, Gott lässt den Lohn der Rechtschaffenen nicht verloren gehen. (Sure 11:115 – Hud)
Wie dem Vers zu entnehmen ist, befahl Gott dem Propheten (s.a.w.s) auch dem Teil der Israeliten zu verzeihen, der ständig Verrat beging. Außerdem darf nicht vergessen werden: Auch wenn die Gegenseite sich schlecht benimmt, besteht keine Notwendigkeit, eine schlechte Moral an den Tag zu legen. Jeder Mensch ist Gott gegenüber allein für seine Taten verantwortlich. Überdies ist es entsprechend dem Quran Zeichen einer überragenden Moral, wenn auf schlechtes Benehmen mit Güte und Barmherzigkeit geantwortet wird. Denn dieses Verhalten des Gläubigen zeigt die Stärke und Intensität seiner Bindung an Gott. Die Gegenleistung für moralische Verhalten wird in der Sure Yunus folgendermaßen mitgeteilt:
Denen, die Gutes taten, wird Gutes und noch mehr. Ihre Gesichter werden weder Schwärze noch Schmach bedecken. Sie sind die Bewohner des Paradieses und werden ewig darin verweilen. (Sure 10:26 - Yunus)
Der Islam befiehlt den Gläubigen jederzeit zu verzeihen
Ein wichtiges Zeichen der Barmherzigkeit einer Person ist, verzeihen und vergeben zu können. Im Quran ruft Gott seine gläubigen Diener folgendermaßen auf, zu verzeihen und zu vergeben:
Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden. (Sure 7:199 - al-A'raf)
Dieses Verhalten kann dem Selbst des Menschen schwer fallen, vor Gott jedoch ist es mit einer schönen Gegenleistung verbunden. Ein Mensch kann bei einem Fehler in Wut geraten oder nicht verzeihen wollen. Doch Gott sagt den Gläubigen, dass es besser ist zu verzeihen und forderte sie auf:
Vergeltung werde aber nur im gleichem Ausmaße geübt. Wer jedoch vergibt und Frieden schließt, dessen Lohn ist bei Gott… (Sure 42:40 - asch-Schura)
Wer aber geduldig ist und verzeiht - das ist fürwahr die richtige Art der Entschlossenheit. (Sure 42:43 – asch-Schura)
In einer anderen Sure teilt Gott mit: "Wer aber geduldig ist und verzeiht - das ist fürwahr die richtige Art der Entschlossenheit." (Sure 42:43 - asch-Schura) Mit dem Vers, "Und die unter euch, die großes Vermögen besitzen, sollen nicht schwören, ihren Verwandten und den Armen und denen, die auf Gotts Weg ausgewandert sind, nichts mehr zu geben, sondern Nachsicht üben und verzeihen. Wünscht ihr nicht, dass Gott euch vergibt? Und Gott ist verzeihend und barmherzig." (Sure 24:22 - an-Nur) fordert Gott die Gläubigen auf, beim Vergeben auch ihre eigene Situation zu bedenken. Denn natürlich wünscht sich jeder Mensch, dass ihm Gott vergibt, ihn beschützt und sich seiner erbarmt. Und wenn ihm ein Fehler unterlaufen ist, wünscht er, dass die Menschen in seiner Umgebung ihn entschuldigen und vergeben. Mit eben dieser Erinnerung befahl Gott den Gläubigen, dass sie ein Verhalten, das ihnen gefällt, auch bei anderen an den Tag legen sollen. Diese wichtige Regel fördert die Barmherzigkeit unter den Gläubigen. Der Prophet befahl "... So gibt es denn keinen Mann, der Ungerechtigkeit und Tyrannei entschuldigt, auf dass Gott dessen Wertschätzung nicht erhöhen möge..."xxi und forderte die Gläubigen auf zu vergeben. Da die Gläubigen wissen, dass jeder Mensch Fehler machen kann, begegnen sie dem Gegenüber in toleranter Weise. In den Versen über die Reue teilt der Quran mit, dass es nicht wichtig ist, einen Fehler zu machen, sondern von der Wiederholung des Fehlers abzulassen. Einer der Verse lautet folgendermaßen:
Freundliche Worte und Verzeihung sind besser als ein Almosen, dem Verletzendes folgt. Und Gott ist reich und milde. (Sure 2:263 – al-Baqara)
Vergebung haben bei Gott nur diejenigen zu erwarten, welche Übles in Unwissenheit taten und (recht)zeitig bereuten; diesen vergibt Gott; und Gott ist wissend und weise. (Sure 4:17 - an-Nisa) Sind Bedingungen vorhanden, die die Aufrichtigkeit einer Person anzeigen, dann ist das Verhalten der Gläubigen untereinander in höchstem Maße verzeihend und barmherzig. Und wenn eine Person, die einen Fehler beging, aufrichtig davon abläßt, kann man diese nicht wegen vergangener Taten verurteilen. Außerdem können Gläubige auch dann ohne zu Zögern verzeihen, wenn sie völlig im Recht sind und der Andere völlig im Unrecht. Denn Gott teilt mit, dass dies die Besonderheit der guten Moral ist, die er den Gläubigen empfahl:
Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben - und Gott liebt die Gutes Tuenden. (Sure 3:134 - Al-Imran)
Die Gläubigen unterscheiden nicht zwischen großen und kleinen Fehlern und entwickeln auch kein fehlerabhängiges Verständnis des Vergebens. Jemand, der einen Fehler begangen hat, kann der Grund für große Verluste an Leib und Leben sein und er kann in hohem Maße den Interessen des Gegenübers geschadet haben. Gläubige jedoch, die wissen, dass jedes Ereignis mit Gottes Erlaubnis und im Rahmen der göttlichen Vorsehung geschieht, begegnen jedem Ereignis mit Gottvertrauen und empfinden keine persönliche Wut.
Wiederum kann jedoch eine Person aufgrund ihrer Unwissenheit gegen eine Regel des Qurans verstoßen und die von Gott gezogene Grenze überschritten haben. Allerdings kann nur Gott eine Person wegen eines solchen Verhaltens verurteilen. Deshalb obliegt es nicht der Verantwortung der Gläubigen, einen Menschen wegen irgend eines Belanges nicht zu entschuldigen, sondern zu verurteilen. Wenn die Person aufrichtig bereut, dann erhält sie die Gegenleistung nur von Gott. Gott hat in vielen Versen offenbart, dass Er die Fehler der Gläubigen, die aufrichtig bereuen, vergibt, außer, sie nähmen falsche Götter an Seiner statt. Da die Gläubigen dies jedoch nicht wissen können, verzeihen sie nur in der Weise die Gott mitteilt. Wenn es dazu im Quran eine Erläuterung gibt, dann wird die Person, die einen Fehler machte, entsprechend dieser Richtline behandelt.
Der Islam befiehlt den Menschen sanftmütig zu sein
Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden? (Sure 10:99 – Yunus)
Gott besitzt den Gläubigen gegenüber unendliche Barmherzigkeit, er verzeiht, behütet, und ist weichherzig. Er ist der Allbarmherzige, der alle Wohltaten des Universums den Wünschen der Menschen zugänglich macht, der sie durch die Propheten unterstützt, um sie auf den rechten Weg zu bringen und der sie mit seinen Offenbarungen dazu anleitet, rechtschaffene Diener zu werden. Unser Herr ist Halim, der Sanftmütige, Adl, der Besitzer endloser Gerechtigkeit, Afüv, der Verzeihende, Asim, der Beschützende, Berr, Derjenige, Der Seine Diener gut behandelt, Gaffar, der Verzeihende, Hafiz, der Schützende und Beobachtende, Kerim, der Großzügige, Latif, der Anmutige, Muhsin, der Wohltäter, Rauf, der Allgütige, Selam, der Sicherheit gewährende, Tevvab, Der die Reue akzeptierende und Vehhab, Der Großzügige.
Die Gläubigen sind sich des Schutzes, des Überflusses und der Wohltaten unseres Herrn bewußt. Aus diesem Grund legen sie ernsthaften Eifer an den Tag, um Gott zufrieden zu stellen und um Diener zu sein, die das ewige Paradies und das Erbarmen verdienen. Es ist eine der deutlichsten Eigenschaften der Gläubigen, voller Liebe und Erbarmen zu sein. Muslime sind zudem Personen, die sehr sanftmütig sind und sich den Menschen gegenüber stets freundlich verhalten. Gott hat den Gläubigen den Propheten Muhammad (s.a.w.s) mit seiner Sanftmut als Beispiel gegeben:
Und dank der Barmherzigkeit Gotts warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Gott; siehe, Gott liebt die Ihm Vertrauenden. (Sure 3:159 - Al-Imran)
Der Vers berichtet davon, dass sich die sanftmütige Moral des Propheten sehr positiv auf die Menschen auswirkt und Anlaß für eine noch stärkere Bindung der Menschen an Ihn ist. Im Quran wurde die liebevolle und sanftmütige Moral der anderen Propheten den Menschen als Beispiel gegeben. Einer dieser Propheten ist der Prophet Schuayb, der dem Volk von Midian als Botschafter geschickt wurde. In dem Vers wird mitgeteilt, dass das Volk über den Propheten Schuayb sagte: "… Du bist doch immer nachsichtig und rechtdenkend!" (Sure 11:87 - Hud) Auch der Prophet Abraham ist mit seiner überragenden Moral ein Beispiel für alle Menschen. Gott teilt im Quran mit, dass der Prophet Abraham empfindsam, sanftmütig und voller Liebe gewesen war. Die Verse besagen folgendes:
Und auch Abraham betete um Verzeihung für seinen Vater nur wegen eines Versprechens, das er ihm gegeben hatte. Als ihm aber klar wurde, dass dieser ein Feind Gotts war, sagte er sich von ihm los. Siehe, Abraham war fürwahr mitleidsvoll und milde. (Sure 9:114 - at-Tauba)
So ermahne! Siehe, du bist nur ein Ermahner; du hast keine Macht über sie.
(Sure 88:21, 22 – al-Ghadschiya)
Denn Abraham war nachsichtig, mitleidig und sühnebereit. (Sure 11:75 - Hud)
Und wer führt bessere Rede, als wer zu Gott einlädt und das Rechte tut und spricht: "lch bin einer der Gottergebenen"? (Sure 41:33 – Fussilat)
Gott befahl den Gläubigen stets, sich freundlich zu verhalten, beim Sprechen schöne Worte zu benutzen und den Menschen Gutes zu tun. Die Botschafter Gottes verhielten sich den Menschen gegenüber so wie es Gott ihnen befahl und machten niemals ein Zugeständnis an die gute Moral. So rief Gott den Propheten Moses, der zu dem Pharao, dem wildesten und grausamsten Tyrannen der damaligen Zeit ging, folgendes zu:
"Du und dein Bruder, geht mit Meinen Wunderzeichen und laßt nicht nach im Gedenken an Mich. Geht beide zu Pharao. Siehe, er überschreitet das Maß. Doch sprecht mit ihm auf freundliche Weise. Vielleicht läßt er sich ermahnen oder lernt, (Mich) zu fürchten." (Sure 20:42-44 - Ta Ha)
Die obigen Verse enthalten Erinnerungen, die für alle Menschen sehr wichtig sind. Jeder Mensch ist verpflichtet, die gute Moral fehlerlos zu leben, die Gott im Quran mitteilte und sich die Moral der Propheten selbst als Beispiel zu nehmen. Im Quran fordert Gott vom Verhalten des Menschen, dass er eine große Liebe gegenüber allen von Gott erschaffenen Geschöpfen empfinden, dass er seine Zuneigung in der schönsten Weise ausdrückt, dass er jederzeit kompromissbereit und tolerant ist, auch in den schwierigsten Situationen niemals aufhört, freundliche Worte zu gebrauchen, dass er auf eigenen Wunsch und mit Freude opferbereit ist, dass er den Menschen nur Schönes und Gutes wünscht, dass er seine persönlichen Interessen jederzeit zurückstellt, dass er das, was er für sich selbst nicht möchte auch anderen nicht zumutet, dass er dem Hilfsbedürftigen sofort zu Hilfe eilt und dass er auf keinen Fall Ungerechtigkeit akzeptiert. Dies ist zweifellos ein Charakter, nach dem sich alle Menschen sehnen und dessen alle Menschen bedürfen.
Der Islam verteidigt die Freiheit des Glaubens
Der Islam erkennt den Menschen in Bezug auf den Glauben kategorisch die volle Freiheit zu. Dieses Verständnis, das von der Offenbarung des Islam bis in unsere heutige Zeit gültig ist, ist die Basis der Islamischen Moral. Die Verse zu diesem Thema sind leicht verständlich:
Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Gott glaubt, der hat den festesten Halt erfaßt, der nicht reißen wird. Und Gott ist hörend und wissend. (Sure 2:256 - al-Baqara)
Entsprechend der Islamischen Moral ist der Mensch frei, seine Religion nach Wunsch zu wählen und niemand kann einen anderen bezüglich des Glaubens zwingen. Der Muslim ist aber dazu verpflichtet, dem, der Islamischen Glaubens sein möchte, von der Existenz Gottes zu berichten, davon, dass der Quran das rechte Buch Gottes ist und der Prophet Muhammad (s.a.w.s) Gottes Botschafter, dass das Jenseits und der Tag der Abrechnung existieren und er ist verpflichtet, der Person von der Güte der Islamischen Moral berichten. Diese Verpflichtung ist jedoch darauf beschränkt, die Religion zu erklären. Gott teilt dem Propheten in der Sure Nahl folgendermaßen mit, dass er nur jemand ist, der eine Mitteilung macht.
Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Sure 16:125 - an-Nahl)
In einem anderen Vers wird, "... Die Wahrheit ist von euerem Herrn. Wer nun will, der glaube, und wer will, der glaube nicht..." (Sure 18:29 - al-Kahf) befohlen und unser Herr rief unseren Propheten so an, "Vielleicht grämst du dich noch zu Tode, dass sie nicht gläubig werden." (Sure 26:3 - asch-Schu'ara') In der Sure Qaf erinnert Gott den Propheten folgendermaßen:
Wir wissen wohl, was sie sagen; doch du kannst sie nicht zwingen. Darum ermahne mit dem Quran alle, die Meine Drohung fürchten. (Sure 50:45 - Qaf)
Eine Person, der die Islamische Religion erklärt wurde, die Gott als den rechten Weg herabsandte, beginnt aus eigenem Wunsch heraus zu glauben und entscheidet sich, ohne Druck oder Zwang ausgesetzt zu sein. Der Mensch ist frei, das Richtige oder das Falsche zu wählen. Wenn er das Falsche wählt, wird er im Jenseits dessen Gegenwert erhalten. In den Versen des Quran finden sich zu diesem Thema leicht verständliche Befehle und Mahnungen:
Und als sie bei Joseph eingetreten waren, zog er seine Eltern zu sich und sprach: "Betretet Ägypten in Sicherheit, so Gott will!" (Sure 10:99 - Yunus)
So kann zum Beispiel eine Person bei der Verkündung eines Gläubigen sofort glauben, eine andere Person jedoch antwortet mit Leugnen und aggressivem Verhalten. Während eine Person das Gewissen benutzt und beschließt, ihr Leben so zu führen, dass Gott zufrieden ist, zählt eine andere Person zu den Leugnern und kann ein schönes Wort mit Schlechtigkeit beantworten. Allerdings darf Leugnen den Einladenden in keiner Weise zu Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit führen. Gott befahl in der Sure Yusuf folgendermaßen:
Doch die meisten Menschen glauben es nicht, wie sehr du es auch wünschst. Aber du verlangst hierfür auch keinen Lohn von ihnen. Fürwahr, dies ist nur eine Ermahnung für alle Welt. (Sure 12:103, 104 - Yusuf)
Hierbei ist es wichtig, dass die Person, die zum Quran einlädt, zu jeder Zeit eine Moral aufzeigt, mit der Gott zufrieden ist, auf keinen Fall ein Zugeständnis an die gute Moral macht und auf Gott vertraut, unabhängig davon, wie die Reaktion der eingeladenen Person auch immer sein wird. Schließlich erklärt uns Gott, wie die Religion zu erklären sei, mit dem Vers, "Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: 'Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und lhm sind wir ergeben.'" (Sure 29:46 - al-'Ankabut)
Alle kleinen und großen Ereignisse auf dieser Erde entstehen der göttlichen Vorsehung entsprechend. Und es ist Gott, der der Person den richtigen Weg weist, die zum Glauben einlädt. Aus diesem Grund empfinden die Gläubigen wegen des Verhaltens der Leugner keinerlei Besorgnis. Hierzu gibt es im Quran zahlreiche Beispiele: In dem Vers, "Willst du dich ihretwegen zu Tode grämen, weil sie an diese Botschaft nicht glauben?" (Sure 18:6 - al-Kahf) teilt Gott unserem Propheten mit, dass es nicht nötig ist Besorgnis wegen der Menschen zu empfinden, die er zum Quran einlud, die aber dann nicht glaubten. In einem anderen Vers heißt es folgendermaßen:
"Du kannst gewiß nicht jeden rechtleiten, den du liebst, sondern Gott leitet recht, wen Er will. Und Er kennt am besten diejenigen, welche sich rechtleiten lassen." (Sure 28:56 - al-Qasas)
Deshalb wirken die Einladung eines Menschen, dessen schöne Worte und die Einzelheiten, die er erklärt, nur mit dem Willen Gottes auf den Gegenüber.
Die einzige Verantwortung eines Gläubigen besteht darin, zum Quran einzuladen. Er hat keinerlei Verantwortung dafür, wenn die Leugnenden auf der Lüge bestehen und wenn sie wegen ihrer Taten die Höllenqualen verdienen. Unser Herr teilt diese Tatsache dem Propheten (s.a.w.s) mit dem Vers mit:
"Siehe, Wir entsandten dich mit der Wahrheit, als Freudenboten und Warner; und für die Bewohner der Hölle bist du nicht verantwortlich." (Sure 2:119 - al-Baqara)
Gott gab den Menschen Verstand und Gewissen. Die Botschafter und die heiligen Bücher, die die Botschafter offenbarten, zeigten den rechten Weg. Aus diesem Grund ist der Mensch für seine eigene Wahl verantwortlich. Die Islamische Moral kann nur mit aufrichtigem Entschluß gelebt werden, mit der Hingabe an Gott und mit dem Hören auf die Stimme des Gewissens, die jederzeit das Richtige befiehlt. Es ist der Moral des Islam vollkommen entgegengesetzt, eine Person zum Gebet zu zwingen. Denn wichtig ist die Hingabe an Gott aus ganzem Herzen und der aufrichtige Glaube. Wenn jedoch ein System die Menschen mit Zwang zum Glauben und Gebet bringt, dann werden die Menschen nur religiös, weil sie sich vor diesem System fürchten. Aus religiöser Sicht ist es also vernünftig, die Religion nur für die Zufriedenheit Gottes zu leben und dies in einem Umfeld, in dem das Gewissen völlig frei ist. In der Sure al-Ghadschiya befiehlt Gott dem Propheten (s.a.w.s) folgendermaßen:
So ermahne! Siehe, du bist nur ein Ermahner; du hast keine Macht über sie. Doch der, der sich abkehrt und ungläubig ist, ihn wird Gott mit gewaltiger Strafe strafen. Denn zu Uns ist gewiß ihre Heimkehr. Dann aber obliegt es Uns, sie zur Rechenschaft zu ziehen. (Sure 88:21-26 - al-Ghadschiya)
Die Islamische Religion berücksichtigt auch bei der Wahl des religiösen Glaubens die Freiheit der Menschen und gebietet Achtung vor anderen Religionen. Auch wenn ein Mensch einem Glauben anhängt, der im Quran als Aberglauben qualifiziert wurde, so kann diese Person auf Islamischen Boden in Ruhe und Frieden leben und ihre Gebete frei verrichten. Gott befahl dem Propheten (s.a.w.s), zu den Leugnern folgendermaßen zu sprechen:
"Ich verehre nicht, was ihr verehrt, und ihr verehrt nicht, was ich verehre. Und ich werde kein Verehrer dessen sein, was ihr verehrt, und ihr werdet kein Verehrer dessen sein, was ich verehre. Euch euer Glaube und mir mein Glaube!" (Sure 109:2-6 - al-Kafirun)
Entsprechend der Islamischen Moral kann jeder Mensch die Gebete seines Glaubens in freier Weise verrichten. Niemand kann einen anderen Menschen davon abhalten die Gebete seiner Religion zu erfüllen, oder diesen dazu zu zwingen, in einer bestimmten Form zu beten. Denn dies wäre gegen die Islamische Moral und ein Verhalten, mit der Gott nicht zufrieden ist. Wenn wir die Islamische Geschichte untersuchen, erkennen wir ein Gesellschaftsmodell, in dem jeder seine Gebete frei verrichten und die Erfordernisse seines Glaubens erfüllen kann. Der Quran spricht von den Gebetsstätten der Anhänger der Buchreligionen, also von Kloster, Kirche und Synagoge als von Gebetsorten, die von Gott geschützt sind:
… Und hätte Gott nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen GottesName häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiß auch Gott; denn Gott ist stark und mächtig. (Sure 22:40 - al-Hadsch)
Das Leben unseres Propheten (s.a.w.s) ist voll solcher Beispiele. Der Prophet (s.a.w.s) sagte sogar zu den Christen, die bei ihm vorsprachen, dass sie in seiner eigenen kleinen Moschee ihre Gebete verrichten können und überließ sie ihnen zu diesem Zwecke.xxii Auch die Nachfolger des Propheten (s.a.w.s) bewahrten diese tolerante Anschauung und teilten bei der Eroberung von Damaskus eine zur Kirche gewordene Moschee in zwei Teile; in der einen Hälfte beteten die Christen, in der anderen die Muslime.xxiii
Der Islam befiehlt Ungerechtigkeit nicht zu akzeptieren
Gläubige sind niemals unempfindlich gegen Ungerechtigkeiten, deren Zeuge sie werden, die sie hören, oder von denen sie auf indirektem Wege erfahren. Ihre Barmherzigkeit, die ja ihre Quelle in der Quranischen Moral hat, leitet sie dazu an, jederzeit gegen jede Art von Grausamkeit, Schlechtigkeit und Ungerechtigkeit zu sein, die Rechte der Unschuldigen zu schützen und sich für diese in gedanklicher Auseinandersetzung zu bemühen. Bei einer Ungerechtigkeit handelt der Gläubige stets entschlossen, ob es sich bei dem Gegenüber um den engsten Freund handelt oder um einen völlig unbekannten Fremden, an den man eigentlich keinerlei Interesse hat. Er denkt daran, dass dies eine Gelegenheit ist, die Zufriedenheit Gottes zu gewinnen und die Quranische Moral zu praktizieren. Da das Gewissen des Gläubigen äußerst empfindlich ist, erlaubt es sein Barmherzigkeitsempfinden keinesfalls, dass die kleinste Ungerechtigkeit oder Unterdrückung übersehen wird. Zuallererst wird er selbst zum Vorläufer einer Moral, die niemanden unterdrückt und ungerecht behandelt. Sein Gewissen ist erst dann ruhig, wenn er sich mit ganzer Kraft und bis zuletzt zur Behebung einer solchen beobachteten Situation einsetzt.
Ungebildete Menschen bewegen sich erst, wenn die Ungerechtigkeit an ihre Türen klopft. Die Gegenleistung für das Gute, das sie getan haben und für die gute Moral, die sie an den Tag legten, kommt daher, dass sie nicht vergessen oder geleugnet haben. Ein Gläubiger ist sich dieser Situation bewußt. Aus diesem Grund bemüht er sich, sich auch einem Unbekannten mit Barmherzigkeit anzunähern und diesen vor Ungerechtigkeit zu schützen. Wenn ihn niemand unterstützt, versucht er, allein und unter Einsatz aller seiner Möglichkeiten das Schlechte zu verhindern. Auch wenn die Menschen in der Mehrzahl sind, die sich dem entgegengesetzt verhalten, so verführt deren Gewissenlosigkeit und Unbekümmertheit niemals zur Nachlässigkeit. Die Muslime wissen, dass sie im Jenseits gefragt werden, wieviel Mühe sie bei einem Vorkommnis für Gerechtigkeit aufwandten, und was sie taten, um die Ungerechtigkeit zu verhindern. Sie vergessen auch nicht, dass nur gewissenhaftes Verhalten gewinnbringend ist und sie wissen, wie viele Menschen auf der Welt sich mit "Ich sehe nicht", "Ich höre nicht", und "Ich habe nichts bemerkt" aus der Verantwortung stehlen. Denn der Mensch wird ganz allein geprüft.
Wie der Vers, "... Dann soll er nackt und bloß zu uns kommen." (Sure 19:80 - Maryam) mitteilt, wird der Mensch allein vor Gott treten und Rechenschaft über seine Taten auf der Welt ablegen müssen. Diejenigen, die sich gut verhalten haben, sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit einsetzten und gegen das Schlechte auf dem Weg Gottes stritten, können sich von Gott für ihre guten Taten einen schönen Lohn im Jenseits erhoffen. Gott spricht in einem Vers folgendermaßen:
ln der Tat, wer auch immer sich Gott hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn; und keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein. (Sure 2:112 - al-Baqara)
 
DIE MENSCHEN KÖNNEN NUR MIT DER LIEBE ZU ALLAH BEHAGLICHKEIT FINDEN
KONFERENZEN MIT DEM THEMA ''DER NIEDERGANG DER EVOLUTIONSTHEORIE UND DIE WAHRHEIT DER SCHÖPFUNG'' IN BERLIN - DEUTSCHLAND, AM 17-18 APRIL, 2010 KONFERENZ MIT DEM THEMA ''DER NIEDERGANG DER EVOLUTIONSTHEORIE UND DIE WAHRHEIT DER SCHÖPFUNG'' – 28 MAI. 2010, DARMSTADT

Konferenz mit den Themen ''Die Wunder des Quran'' und ''Prophet Jesus (as) und der Mahdi (as)'' - 24.11.2010 - Ansbach Ansbach -''- 24/11/2010) Mucize Quran''and''Prophet İsa (as) ve Mehdi (as Konferansı ile theme''The

DER PROPHET JOSEPH

WUNDER DES GEHIRNS: RIECHEN UND SCHMECKEN

DIE LÖSUNG ALLER PROBLEME: DIE WERTE DES QURAN

BIOMIMETRIE: TECHNOLOGIE IMITIERT NATUR

DER ISLAM: DAS LICHT, DAS DIE WELT ERLEUCHTET

DAS GEHEIMNIS DER PRÜFUNG

DIE BLUTIGE GESCHICHTE DES FASCHISMUS TEIL I

DER PROPHET MOSES (A.S) UND DIE BUNDESLADE

FOSSILIEN STÜRZEN DIE EVOLUTIONSTHEORIE

DIE WUNDER DES QURAN - 4

DIE WUNDER DES QURAN - 3

DIE WUNDER DES QURAN - 2

DIE WUNDER DES QURAN - 1

EINE WELT AUS EIS

DER WUNDERBARE PLANET 1: Beweise Der Schopfung Auf Der Erde

WANDERNDE TIERE - FÜR KINDER 8

TIERE DIE SICH VERSTECKEN KONNEN - FÜR KINDER 7

TIEFES NACHDENKEN

Die Mehrheit der Menschen benutzt ihre Denkfähigkeit nicht so, wie sie es könnte. Der Zweck dieses Dokumentarfilms ist es, die Menschen aufzufordern, so zu denken, wie es angemessen wäre, und sie bei Ihren Bemühungen dabei zu unterstützen.

LIEBE UND ZUSAMMENARBEIT UNTER DEN LEBEWESEN

Einigkeit… Solidarität… Selbstlosigkeit… Aufopferung … Jeder möchte diese Attribute besitzen… Dieser Dokumentarfilm befasst sich mit Sozialverhalten. Doch die Stars dieses Films sind keine Menschen...

ALTRUISMUS IN DER NATUR

In diesem Film werden Sie ein wunderbares, von Allah in den Lebewesen hervorgerufenes Gefühl mütterlicher Liebe und der Selbstaufopferung sehen, das Mütter für ihren Nachwuchs hegen, und Sie werden Zeuge eines der größten Beweise der Schöpfung in der Welt werden...